Kupferstiche von Michael Wening

Michael Wening (1645-1718) erarbeitete seit 1696 im Auftrag des bayerischen Hofes und der bayerischen Landschaft (Landstände) ein topographisches Werk mit Ansichten und Beschreibungen der Städte, Klöster und Schlösser Bayerns. Das Werk erschien zwischen 1701 und 1726 in vier Bänden unter dem Titel „Historico-Topographica Descriptio“. Mit zusammen 846 Ansichten ist die „Historico-Topographica Descriptio“ die wohl umfassendste Landesbeschreibung Europas der vormodernen Zeit.

Dem repräsentativen Charakter des Werks entsprechend sind die Abbildungen oft idealisierend – beispielsweise hinsichtlich des Zustandes der Bausubstanz. Jene Abbildungen, die Wening selbst vor Ort erstellte, zeichnen sich dennoch durch einen hohen Genauigkeitsgrad aus und sind für die (kunst-)historische Forschung von großem Wert. Andere Stiche entstanden dagegen aufgrund von eingesandten älteren Graphiken und Zeichnungen. Hervorzuheben sind die Ansichten bayerischer Klöster, die in der Regel am zuverlässigsten den baulichen Bestand vor den barocken Umgestaltungen wiedergeben oder später nicht umgesetzte Bauprojekte abbilden.

Die Kupferplatten wurden vertragsgemäß an den Hof abgeliefert und befinden sich heute im Besitz des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation.