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Die Sammlung Hans Döllgast des Architekturmuseums der TUM

Hans Döllgast: Aquarellstudien - Architekturmuseum der Technischen Universität München, Signatur: doel-307-72

Hans Döllgast (1891-1974) wurde 1891 in Bergheim an der Donau geboren, sein Vater war Dorfschullehrer. 1900 ließ sich dieser nach Neuburg an der Donau versetzen. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums studierte Döllgast von 1910 bis 1914 an der damaligen Technischen Hochschule in München Architektur.

Die von seinen Lehrern Paul Pfann (1860-1919) und Friedrich von Thiersch (1852-1921) erlerntem Zeichentechniken entwickelte Döllgast virtuos zu einem persönlichen Ausdruck weiter und zeichnete eine preisgekrönte Diplomarbeit über die Rekonstruktion der Villa des Plinius. Nach Abschluss des Studiums und Einsatz im Ersten Weltkrieg waren der Augsburger Kirchenbauer Michael Kurz (1876-1957), der Münchner Jugendstilarchitekt Richard Riemerschmid (1868-1957) und der Berliner Allround-Gestalter Peter Behrens (1868-1940) seine wichtigsten Lehrmeister.

1927 machte sich Döllgast selbstständig und erregte mit moderat modernen Kirchenbauten und der Großsiedlung Neuhausen erstes Aufsehen. Ab 1929 übernahm er einen ersten Lehrauftrag an der TH München. Die Lehrtätigkeit konnte er – gefördert durch German Bestelmeyer (1874-1942) – im Laufe der Jahre schrittweise ausweiten.

Hans Döllgast: Alte Pinakothek, Wiederaufbau: Ausführungsentwurf Südfassade (Ansicht); Eingang Süd (Grundriss) - Architekturmuseum der Technischen Universität München, Signatur: doel-139-409

In der NS-Zeit stellte Döllgast sein Zeichentalent vielfach in offizielle Dienste. Da er aber politisch nicht aktiv war, konnte er nach 1945 seine Karriere nahtlos fortsetzen. Döllgast avancierte zur prägenden Lehrerpersönlichkeit der TH München und unterrichtete bis zu seiner Emeritierung 1957 alle darstellenden und gestalterischen Fächer. Als Architekt profilierte er sich in einzigartiger Weise durch die Rettung historischer Bauten im Münchner Wiederaufbau – die Basilika St. Bonifaz, die Aussegnungshalle am Ostfriedhof, der Süd- und der Nordfriedhof erhielten durch ihn ihre charakteristische Gestalt. Mit der Noteindeckung der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz rettete er den damals ungeliebten Bau. Sein Meisterwerk ist die "schöpferische Wiederherstellung" der Alten Pinakothek mit den durch Trümmersteine ablesbar gemachten Spuren der Kriegszerstörung.

Im Zuge einer ersten Ausstellung über Hans Döllgast gelangten 1974 Zeichnungen und weitere Unterlagen an die Sammlung des Architekturmuseums der TUM. Nach dem Tod von Döllgasts Neffen, dem Architekten Franz Kießling (1925-2013), konnten 2013 Lücken im Nachlass geschlossen werden. Die Zeichnungen, Skizzen und schriftlichen Dokumente gehören zu den besonderen Schätzen des Architekturmuseums, allein das Konvolut zur Alten Pinakothek umfasst über 600 Zeichnungen, Fotografien und Archivalien.

>> Diese Sammlung ist ein Bestand des Architekturmuseums der Technischen Universität München.