Berthold Furtmeyr: Regensburger Buchmalerei der Renaissance
Berthold Furtmeyr, der um 1460 bis 1502 in Regensburg nachweisbar ist, gilt als einer der großen Buchmaler des Spätmittelalters. Gemeinsam mit seiner Werkstatt schuf er prächtige Handschriftenausstattungen von herausragender Qualität. Zu seinen hochrangigen Auftraggebern gehörten weltliche und kirchliche Persönlichkeiten wie Herzog Albrecht IV. von Bayern (1465-1508) und die Fürsterzbischöfe von Salzburg.
Das Werk Berthold Furtmeyrs steht beispielhaft für den künstlerischen Wandel zwischen Spätgotik und beginnender Renaissance. Noch heute beeindruckt seine Malerei durch virtuose Farbigkeit, fantasievolle Ornamentik und erzählerischen Reichtum. Besonders feinfühlig gestalten sich seine Menschendarstellungen: Vor dem Auge des Betrachters lässt er alttestamentliche Figuren lebendig werden wie beispielsweise König David, der Batseba im Bade beobachtet. Furtmeyrs "Meisterschaft in Farbe und Linie" (Wolfgang Neiser) macht seine Miniaturen zu Highlights der Frührenaissance.
Die virtuelle Ausstellung präsentiert eine Auswahl kostbarer Handschriften, die von Furtmeyr und seiner Werkstatt illuminiert wurden, darunter sein Hauptwerk, das fünfbändige, 1481/82 illuminierte Salzburger Missale. Auch die kostbare Augsburger Furtmeyr-Bibel, private Andachtsbücher sowie das geheimnisvolle Heidelberger Schicksalsbuch werden vorgestellt.
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