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Notgeld in Bayern 1914-1923

Diese Sammlung ist ein Teil des Bestandes "Papiergeld Bayerns" der HVB Stiftung Geldscheinsammlung.

Notgeld ist ein Ersatzzahlungsmittel, das in wirtschaftlichen Krisenzeiten den Mangel an staatlichem Geld beheben soll. Es wird von Kommunen, Finanzinstituten oder Unternehmen herausgegeben, um den täglichen Zahlungsverkehr für die Bevölkerung aufrecht zu erhalten.

Notgeld wurde in Bayern vor allem im Ersten Weltkrieg und der Inflationszeit bis 1923 verwendet. Eine erste Ausgabe erfolgte 1914 mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Damit wurde der Mangel an Münzen aus Kupfer und Nickel behoben – Metall wurde für die Rüstungsindustrie benötigt. Die Kleingeldscheine in Pfennigwerten kamen vor allem in Lebensmittelgeschäften zum Einsatz.

Mit dem Kriegsende 1918 nahm die Geldentwertung stetig zu. Neben dem Kleingeld gab es nun auch Notgeldscheine bis zu hundert Mark. Schließlich erreichte die Geldentwertung mit der Hyperinflation 1923 ihren Höhepunkt: Millionen-, Milliarden- und schließlich Billionen-Werte wurden benötigt und entsprachen in ihrem Wert dabei kaum mehr als einem Kilo Brot. Die Einführung des wertbeständigen Notgelds im November 1923 war ein erster Versuch zur Stabilisierung des Geldwesens. Es lautete nicht auf Mark, sondern auf Gold oder Waren wie z. B. Roggen. Erst mit Einführung der Rentenmark als Übergangswährung endete die Inflation.

Als Material diente alles, was gerade verfügbar war. Am häufigsten wurde jedoch Papier verwendet. Die Scheine wurden meist in örtlichen Druckereien hergestellt. In ihrer Gestaltung spiegeln die Notgeldscheine ihre Entstehungszeit wider. Sie zeigen die Folgen des Krieges und der Inflation und drücken den Wunsch nach einer heilen Welt und prosperierender Wirtschaft aus. Traditionelle Motive wie Stadtansichten und Stadtwappen sollten zudem Vertrauen in das Notgeld als Zahlungsmittel erzeugen.

In den Jahren 1947 und 1948 kam es erneut zu einer kurzen, im Umfang geringen Notgeldausgabe. Die Kleingeldscheine in Pfennigwerten wurden nach der Währungsreform vom 20. Juni 1948 nicht mehr benötigt und verschwanden wieder.

Die anderen Teilsammlungen zu "Papiergeld Bayerns" in bavarikon

Ausstellung zu Notgeld in Bayern in bavarikon