Facebook

Münzprägungen von Städten, Bistümern und Fürstentümern in Bayern, Franken und Schwaben bis 1803

Dieser Bestand ist ein Teil der Sammlung Große Geschichte im kleinen Format der Staatlichen Münzsammlung München. Die in dieser Sammlung gezeigten 421 Objekte bieten einen schlaglichtartigen Überblick über die Entwicklung des Geldwesens der bayerischen Herrschaften bis 1806, die nicht dem Herzog unterstanden.

Historische Entwicklung

Die Münzprägung der von den bayerischen Herzögen unabhängigen Prägeherren setzte im 10. Jahrhundert mit den Münzen der bayerischen Bistümer ein. Diese ersten Prägungen waren von Gestaltung, Gewicht und Feingehalt den herzoglichen Denaren/Pfennigen sehr ähnlich. Ab dem 11. Jahrhundert erhielten immer mehr Prägeherren, darunter auch weltliche Fürsten, das Recht, eigene Münzen zu prägen. Teilweise ließen die weltlichen und geistlichen Herren Bayerns, Frankens und Schwabens auch in auswärtigen Besitzungen Münzen prägen.

Diese Entwicklung führte zum Verlust eines gemeinsamen Gewichts- und Feingehaltsstandards. In Augsburg wurde dieser bereits 1061 aufgegeben. In der Zeit des "Regionalen Pfennigs" war die Münzlandschaft im Gebiet des heutigen Bayerns sehr vielgestaltig. Erst im Spätmittelalter sollte die Münzprägung wieder überregionalen Regelungen unterliegen. Diese regionalen Münzverträge führten auch zu den Reichsmünzordnungen, in denen für größere Nominale gemeinsame Standards festgelegt wurden.

In dieser Zeit begannen auch zahlreiche bayerische Städte wie z.B. Augsburg, Regensburg und Nürnberg, eigene Münzen und Medaillen auszugeben. Damit standen sie in der Frühen Neuzeit in einer Reihe mit weltlichen Münzherren wie den Hohenzollern in Franken mit den Zentren Ansbach und Kulmbach bzw. Bayreuth, sowie den Bischöfen von Würzburg, Bamberg, Eichstätt, Passau, Freising, Augsburg und Regensburg.

Mit dem Ende des Alten Reichs unter Napoleon Bonaparte ab 1803 fand diese vielgestaltige bayerisch-fränkische Münzlandschaft ihr Ende und ging ab 1806 in der Münzprägung des Königreichs Bayern auf.

Die anderen Teilbestände der Staatlichen Münzsammlung München