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Die Antworten aus Oberbayern auf die „Rundfrage“ des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde, 1908/09

Diese Sammlung ist ein Teil der „Rundfrage“ des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde aus dem Bestand des Instituts für Volkskunde.

Aus dem Regierungsbezirk Oberbayern sind im Sammlungsbestand der „Rundfrage“ 91 Antworten vorhanden. Drei von ihnen wurden ehemals für die Oberpfalz eingereicht und eine für Schwaben. Sie stammen aus Orten, die mit der Gebietsreform 1972 ihre Bezirkszugehörigkeit wechselten. Aus dem Bestand sind im Laufe der Zeit mindestens 20 Zuschriften verschwunden.

Wer hat geantwortet?

Von den namentlich gekennzeichneten Antworten, es sind 81 von 91, kommen mit Ausnahme einer einzigen „Hilfslehrerin“ alle anderen von männlichen Autoren. Zu mehr als zwei Dritteln sind es örtliche Lehrer und Hauptlehrer, zu mehr als einem Zehntel Bürgermeister. Bei letzteren ist nur ihre Funktion in der kommunalen Verwaltung, nicht ihr eigentlicher Beruf bekannt. Unter den Restlichen finden sich drei Pfarrer, ein Apotheker, ein Arzt, ein Bildhauer, ein Kaufmann, ein Gemeindeschreiber und der Vorstand eines Verschönerungsvereins. Einmal haben auch zwei Personen zusammen geantwortet. Die Antworten aus Oberbayern sind etwa zu 50 % zwischen einer und neun Seiten lang, knapp ein Drittel sind bis zu 19 Seiten, jeweils weniger als ein Zehntel bis zu 29 Seiten bzw. bis zu 39 Seiten lang. Nur sechs Beiträge haben einen Umfang von 30 und mehr Seiten, der längste kommt aus Ostermünchen (Gde. Tuntenhausen, Lkr. Rosenheim) mit 115 Seiten.

Einwohnerstruktur der Orte

Etwa 40 % der Orte hatten um 1900 weniger als 500, ein knappes Drittel bis 1000 und ein Viertel mehr als 1000 Einwohner; die Statistik enthält keine Angaben zur sozialen Schichtung. Drei Viertel aller Orte war gemischt konfessionell, bis auf einen Ort mit evangelischer Mehrheit überwog in allen anderen der katholische Glaube, und ein knappes Viertel der Orte war ausschließlich katholisch. Bewohner jüdischen Glaubens waren nur in sechs Orten vertreten. Die Antworten gehen auf Glaubens- oder Konfessionsunterschiede kaum ein. Der regionalen Verteilung nach sind Antworten aus dem westlichen und nördlichen Oberbayern etwas zahlreicher vertreten. Einen Eindruck vermittelt das Kartenbild, das Torsten Gebhard in seinem Aufsatz „Bemerkungen zur volkskundlichen Umfrage [...]“ (Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 1986/87, S. 6) gibt. Zuschriften aus zwölf Orten sind in unterschiedlichen regionalen Zeitschriften veröffentlicht.

Die anderen Teilsammlungen zur "Rundfrage" von 1908/09