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Die Antworten aus Oberfranken auf die „Rundfrage“ des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde, 1908/09

Diese Sammlung ist ein Teil der „Rundfrage“ des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde aus dem Bestand des Instituts für Volkskunde.

Aus dem Regierungsbezirk Oberfranken sind im Sammlungsbestand der „Rundfrage“ 88 Antworten vorhanden. Eine von ihnen wurde ehemals für die Oberpfalz eingereicht und stammt aus dem Ort Kirchenlaibach, der mit der Gebietsreform 1972 seine Bezirkszugehörigkeit wechselte. Aus dem Bestand sind im Laufe der Zeit mindestens vier Zuschriften verschwunden.

Wer hat geantwortet?

Die namentlich gekennzeichneten Antworten, es sind 84 von 88, sind alle von männlichen Autoren geschrieben. Fünfzehn Mal haben zwei Personen zusammen geantwortet, einmal hat eine Person Antworten aus zwei Orten geschickt. Tatsächlich sind damit 98 Personen namentlich bekannt. Zu knapp der Hälfte sind es örtliche Lehrer und Haupt- oder Oberlehrer, zu knapp einem Viertel Amtspersonen, meist Bürgermeister. Bei letzteren ist nur ihre Funktion in der kommunalen Verwaltung, nicht ihr eigentlicher Beruf bekannt. Nur etwa ein Siebtel der Antworten kommen von Pfarrern und anderen Geistlichen; eine Antwort schrieb ein Schriftsteller, eine ein „Privatier“, je zwei Mal waren Apotheker oder Ärzte beteiligt. Die Antworten aus Oberfranken sind zu mehr als zwei Dritteln zwischen einer und neun Seiten lang, ein gutes Fünftel sind bis zu 19 Seiten, acht sind bis zu 29 Seiten und 2 bis zu 39 Seiten lang. Der mit 41 Seiten längste Beitrag kommt aus Weißenstadt im Landkreis Wunsiedel.

Einwohnerstruktur der Orte

Etwas weniger als die Hälfte der Orte hatten um 1900 eine Einwohnerzahl unter 500, etwas mehr als ein Drittel hatte bis 1000 und ein Fünftel mehr als 1000 Einwohner; die Statistik enthält keine Angaben zur sozialen Schichtung. Die Hälfte aller Orte war überwiegend evangelisch, ein Drittel überwiegend katholisch geprägt. Mehr als 70 % aller Orte waren gemischt konfessionell. In acht Orten lebten nur Katholiken, ebenfalls in acht Orten nur Protestanten. Bewohner jüdischen Glaubens waren lediglich in neun Orten vertreten, andere Glaubensrichtungen werden mit „Sonstige“ für 13 Orte angegeben. Die Antworten gehen auf Glaubens- oder Konfessionsunterschiede allerdings kaum ein. Einen Eindruck über die regionale Verteilung vermittelt das Kartenbild, das Torsten Gebhard in seinem Aufsatz „Bemerkungen zur volkskundlichen Umfrage [...]“ (Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 1986/87, S. 10) gibt.

Die anderen Teilsammlungen zur "Rundfrage" von 1908/09