Regina Landmann (geb. Grünebaum) (1891-1955)

Beschreibung

Regina Landmann, geb. Grünebaum, wurde am 07.08.1891 als Tochter des Metzgers Moses Grünebaum (1860-1941) und dessen Frau Johanna, geb. Rosenthal, in Hellstein (Brachttal, Hessen) geboren. Das Ehepaar betrieb Landwirtschaft und eine koschere Metzgerei. Regina wuchs gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Minna (später verheiratete Wolf, 1889-1943), ihrer jüngeren Schwester Else (später verheiratete Aretz, 1896-1942) und ihrem jüngeren Bruder Jonas (1897-1960) auf. Sie heiratete den Augsburger Pelzfabrikanten Joseph Landmann (1895-1964) und bekam mit ihm drei Kinder: Heinz (1920-2014), Johanna (1921-1970) und Irma (1923-1985). In den 1920er-Jahren bewohnte die Familie Landmann ein Apartment in der Bahnhofstraße 18 in Augsburg. Später zog die Familie in die Hermanstraße 3. Seit dem Jahr 1922 wohnten die Landmanns in einem gemeinsamen Haushalt mit Reginas Schwester Minna Wolf (1889-1943) sowie deren Tochter Auguste (später Anne, 1922-2005). Regina hielt engen Kontakt zu ihrer Familie in Hellstein, wo ihre Eltern und ihre Schwester Else weiterhin wohnten. Ihre drei Kinder waren aktive Mitglieder der ‚Privaten Tennisgesellschaft Augsburg‘ (PTGA). Der Sportverein wurde auf Initiative jüdischer Augsburger Kaufleute in den frühen 1920er-Jahren gegründet. Der letzte Vorsitzende des Vereins war Reginas Ehemann Joseph. In dem Sportverein konnten Jüdinnen und Juden bis 1938 weiter trainieren, nachdem sie aus den allgemeinen Klubs ausgeschlossen worden waren. Das Vereinsgelände im Alten Heuweg war für sie auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Regina nahm an zahlreichen Veranstaltungen der PTGA als Zuschauerin teil.

Nachdem Reginas Ehemann Joseph und ihr Sohn Heinz im Zuge der Novemberpogrome vorübergehend im KZ Dachau inhaftiert worden waren und nach sechs Wochen freikamen, floh die gesamte Familie Landmann 1939 in die USA und ließ sich in New York nieder. Sohn Heinz, der sich nun Henry Landman nannte, kehrte im Jahr 1945 als US-Soldat kurzzeitig nach Deutschland zurück und befreite als Teil der US-Army im April Augsburg. Nach seiner Rückkehr in die USA arbeitete er in New York (USA) zusammen mit seinem Vater Joseph im gemeinsamen Betrieb für Pelzwaren. Die Töchter Johanna und Irma arbeiteten als Krankenschwestern in einem New Yorker Krankenhaus. Regina starb am 23.04.1955 im Alter von 63 Jahren in New York (USA).

Autor

Nathalie Jäger M.A. (Jüdisches Museum Augsburg Schwaben)

Literatur:

Gernot Römer, Die Austreibung der Juden aus Schwaben. Schicksale nach 1933 in Berichten, Dokumenten, Zahlen und Bildern, Augsburg 1987, S. 219-227.

Paul Rosenau und Henry Landman, Erinnerungen an die 20er und 30er Jahre in Augsburg, in: Peter Fassl (Hg.), Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben II. Neuere Forschungen und Zeitzeugenberichte, Stuttgart 2000, S. 319-337.

Jüdisches Museum Augsburg Schwaben