Beschreibung
Der öffentliche Notar Philmann [Bart] von Bingen beurkundet im Jahr 1396, in der vierten Indiktion, im siebten Jahr des Pontifikats Papst Bonifaz IX., am 18. Tag des Monats Mai, zwischen Mittag und der Zeit der Vesper, in dem Dorf Kleinostheim (Oszinheym): In Gegenwart des Notars und der hinzugezogenen Zeugen haben vor dem Dorfgericht zu Kleinostheim – gehegt durch den Vogt Berthold am Wege, den Schultheißen Konrad am Wege und die Schöffen Heilmann Fischer, Nikolaus Hofman, Peter Heile, Johann Munkeln, Heinrich (Heyl) Schmied (Smyt) und Berthold Birsch – Albrecht Hetzer und seine Ehefrau Gertrud (Gele) Dekan und Kapitel des Stifts Aschaffenburg für ihre Präsenzen eine Gült von 0,5 Malter Roggen (korns) Aschaffenburger Maß verkauft. Die Gült gefällt von einer halben Hufe Land und ihren Zugehörungen in Dorf und Gemarkung Kleinostheim, die sie derzeit bewirtschaften. Die Verkäufer verpflichten sich, die Gült jedes Jahr zwischen dem 15. August und dem 8. September (zcuschen den zweyn vnser Frawen tagin als sie zcu hymel fur vnd geborn wart) auf ihre Kosten in den Speicher der Stiftspräsenzen in Aschaffenburg zu liefern. Sie haben die Gült mit Hand und Halm dem Vogt übergeben. Dieser hat dann den Kanoniker und Kämmerer des Stifts Aschaffenburg Hermann Legehetzel (Legeczil) als Vertreter der Käufer in ihren Besitz gesetzt. Diese haben den Verkäufern dafür 5 Gulden bezahlt. Gleichzeit hat der Stiftskämmerer durch das Dorfgericht eidlich feststellen lassen, dass der verstorbene Stiftsscholaster Johann Herdan von Büches (Buechis) eine Gült von 1 Malter Roggen, die er an das Stift verkauft hat, vor ihrem Dorfgericht ordnungsgemäß übergeben hat. Diese Gült gefällt von 2,5 Hegermorgen Wiesen in der Altenbach (Aldinbeche) anstoßend an Besitz der Hedwig (Hebel) Schwab (Swebin), die derzeit von dem Vogt Berthold am Wege und dem Schultheißen Konrad am Wege bewirtschaftet werden.