Urkunde, 1361 September 29

Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg

Beschreibung

Wolz Spede von Obernburg und seine Ehefrau Agnes bekennen: Der Dekan Marsilius und das Kapitel des Stifts Aschaffenburg haben ihnen den Hof des Stifts in Obernburg, der Fronhof genannt wird, mit allen Rechten und Zugehörungen zu Erbrecht verliehen. Dazu gehören insgesamt 117 Morgen Äcker. Davon liegen 44,5 Morgen in der ersten Flur unterhalb der Stadt Obernburg, 45,5 Morgen in der zweiten Flur oberhalb der Stadt Obernburg, 24 Morgen in der dritten Flur auf der anderen Seite der Brücke und 3 Morgen oberhalb der Eygelshelden, anstoßend an die Äcker des verstorbenen Stiftsvikars Voltze. Die Eheleute sollen den Hof zu Landsiedelrecht innehaben. Sie verpflichten sich, den Hof mit seinen Gebäuden und Zäunen in gutem Bau- und die Äcker in gutem Kulturzustand zu halten. Von dem Hof sollen sie jedes Jahr ein Drittel der Erträge zwischen dem 15. August und dem 8. September (zwissen den zwei vnsir Frauwen dagen als sie zu himmel fur vnd geborn wart) auf ihre Kosten in den Kornspeicher des Stifts in Aschaffenburg liefern. Außerdem soll man dem Stift jedes Jahr 15 Fuder Mist von dem Hof geben, den es jedes Jahr auf seine Kosten in die Weinberge in Obernburg, die es von den Senand gekauft hat, fahren lassen kann. Die zum Hof gehörenden Äcker sollen die Eheleute jährlich mit 20 Fuder Mist düngen und sie zu der üblichen Zeit einsäen und abernten. Besäen die Eheleute oder ihre Erben Äcker, die üblicherweise eingesät werden sollten, nicht, dann sollen sie davon trotzdem ein Drittel der Frucht geben, die sie bei ordnungsgemäßer Einsaat ertragen hätten. Der Hof und seine Zugehörungen sollen immer ungeteilt an einen Erben fallen. Dabei steht dem Stift oder seinem Amtmann ein Besthaupt im Wert von 6 Pfund Heller Aschaffenburger Währung zu. Bei Verstößen gegen diese Abmachungen fällt der Hof mit allen Rechten an das Stift zurück. Die Beliehenen verpflichten sich außerdem, die Abgaben, die dem Stift von anderen Äckern in Obernburg gefallen, welche früher einmal zu dem Hof gehört haben, auf ihre Kosten jedes Jahr in den Getreidespeicher des Stifts in Aschaffenburg zu fahren.