Beschreibung
Heilmann Fritz (Fryz), Dekan, und Walter [von Hersfeld], Kustos des Stifts Aschaffenburg, beurkunden als Bevollmächtigte (procuratores) des Konrad von Bommersheim (Bomersheym), Scholaster des Stifts Aschaffenburg: Die Pfarrkirche in Sailauf (Sylauf) ist mit ihren Einkünften, die bisher an die Seelsorger dieser Kirche gefallen sind, der Scholastrie des Stifts Aschaffenburg inkorporiert. Nachdem die Pfarrkirche durch den Tod des Heinrich von Steckelberg (Scheckelnberg) vakant geworden ist, hat sie der Propst des Stifts Aschaffenburg Johann [von Trier], dem das Kollationsrecht (collacio seu provisio) daran zusteht, dem Berthold als ständigem Vikar dort übertragen. Damit nun dieser und seine Nachfolger ihren Lebensunterhalt dort und die der Pfarrkirche auferlegten Abgaben leichter bestreiten können, haben der Dekan und der Kustos kraft der ihnen von dem Scholaster übergebenen Vollmacht , die an der vorliegenden Urkunde befestigt ist, die Einkünfte der Vikare an der Pfarrkirche in Sailauf auf folgende Weise aufgebessert: Sie erhalten für ihre Vikarie künftig zusätzlich zu den bisherigen Einkünften jährlich 10 Malter Roggen (siligo) und 10 Malter Hafer Aschaffenburger Maß. Diese jährliche Gült haben bisher die Pfarrer (rectores) in Sailauf ihren Vikaren zusätzlich zu den anfallenden Opfergaben (oblaciones) gereicht. Künftig soll der jeweilige Scholaster des Stifts Aschaffenburg dieses Getreide dem Berthold und seinen Nachfolgern als Vikare an der Pfarrkirche in Sailauf von den Zehnteinkünften zu Sailauf liefern. Außerdem erhalten Berthold und seine Nachfolger als ständige Vikare das gesamte Ausstattungsgut der Pfarrkirche in Dorf und Gemarkung Sailauf mit den dazu gehörenden Besitzungen, Einkünften und Rechten, wie dieses bisher den Pfarrern dort zugestanden hat. Ausgenommen davon ist der Pfarrhof (curia ipsius dotis) in Sailauf, der in der Verfügungsgewalt des Konrad von Bommersheim und seiner Nachfolger als Stiftsscholaster verbleibt. Außerdem übertragen sie dem Berthold und seinen Nachfolgern für die Vikarie an der Pfarrkirche den gesamten Kleinzehnten (decima minuta) im Sprengel der Pfarrei Sailauf, wie ihn bisher die dortigen Pfarrer genossen haben. Der Scholaster und seine Nachfolger oder ihre Bevollmächtigten sollen künftig den Vikaren an der Pfarrkirche in Sailauf jährlich 2 Fuder Heu (plaustra feni) von den Gütern des Gottfried (Goczo) Schurichin und der Hadewig, Witwe des Reinold in dem Busche, zu Sailauf anweisen. Bisher hatten die Pfarrer zu Sailauf ihren Vikaren dort lediglich 1 Fuder zugewiesen. Diese Vermehrung der Einkünfte der ständigen Vikare an der Pfarrkirche in Sailauf erfolgte mit ausdrücklicher Zustimmung des Stiftspropstes Johann [von Trier].