Beschreibung
Der öffentliche Notar Philmann Bart von Bingen (Pingwa) beurkundet: Im Jahr 1381, in der fünften Indiktion, im vierten Jahr des Pontifikats Papst Urban VI., am 15. Tag des Monats Oktober, um die Zeit der Nona hat in dem Dorf Niedernberg (Nyderburg) vor dem Hubgericht dieses Dorfes, das wie üblich vor dem Wirtshaus des Gerung zusammengetreten war, der Vikar des Stifts Aschaffenburg Heinrich Pistor Dekan und Kapitel des Stifts Aschaffenburg für ihre Präsenzen eine Gült von 2 Malter Roggen (korngeldes) verkauft. Der Verkauf erfolgte vor dem Schultheißen Friedrich Schwinde (Swynde) und den Schöffen des Gerichts Peter Wenzel, Her-mann Schnabel (Snabel), Konrad Becker, Peter von Ostheim, Siegfried Vecher, Friedrich Rossebecher, Peter Himme, Klaus Ribin, Konrad Albir, Gerung Kleine, Eberhard Schnabel, Eckard (Eckel) Ode, Eckard Wenzel, Johann (Henne) Pedirsse und Konrad Wißmann sowie vor dem Notar. Die Gült, die der Verkäufer von seinen Eltern geerbt hat, gefällt von Gütern in der Gemarkung Niedernberg, die derzeit Gerung Zentgraf (Zingreffe) bewirtschaftet. Der Verkäufer hat die Gült mit Hand und Halm dem Schultheißen und den Schöffen übergeben, und diese haben sie auf seine Bitte hin dem Präsenzmeister und Amtmann des Stifts Hartmann von Bergen als Vertreter der Käufer mit Vollmacht der Herren von Hanau und von Bickenbach als Gerichtsherren zu Niedernberg übertragen. Gleichzeit hat Heinrich Pistor dem Präsenzmeister eine von den Richtern des Stifts Aschaffenburg ausgestellte Urkunde vom 26 März 1364 (U 1622), die hier im Wortlaut inseriert ist und in der die Güter, auf denen die Gült lastet, beschrieben werden, übergeben. Der Verkäufer hat dafür von den Käufern 21 Goldgulden erhalten.