Urkunde, 1390 November 17

Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg

Beschreibung

Der öffentliche Notar Gottfried Ernst von Hersfeld beurkundet im Jahr 1390, in der 14. Indiktion, im ersten Jahr des Pontifikats Papst Bonifaz IX., am 17. Tag des Monats November, zwischen Nona und Vesper, in dem Dorf Großostheim (Ostheim): Vor dem Landgericht – gehegt durch den Zentgrafen Gerung von Niedernberg (Nydirnborg) und die Schöffen Hermann Hacke von Radheim (Roden), Hermann, Vogt zu Großostheim, Siegfried, Sohn des Hermann Glockener, von Großostheim, Konrad Kulman von Mömlingen (Memelingin), Johann Simmeler von Mosbach (Mospach), Rutze von Wenigumstadt (Weynigin Omstad), Johann Müller von Pflaumheim (Plumheim), Heinrich Schonebrot von Ringenheim (Rynginheim), Berthold Alker von Ringenheim, Hermann Renne von Stockstadt (Stoxstad), Gerung, Wirt zu Niedernberg, und Hermann Schnabel von Niedernberg – hat in Gegenwart des Notars und der hinzugezogenen Zeugen Heinrich Brettträger (Bretdreger), Bürger und Schöffe zu Aschaffenburg, Dekan und Kapitel des Stifts Aschaffenburg für ihre Präsenzen eine Gült von 1 Malter Weizen und 1 Malter Roggen (korns) Aschaffenburger Maß verkauft. Diese Gült entrichtet Hanmann Kil von Großostheim von einer halben Hufe dort, die Gut des Husel Brettträger (Bretdreger) genannt wird. Der Verkäufer hat die Gült dem Zentgrafen mit Hand und Halm aufgegeben. Der Verkauf erfolgte mit Zustimmung des Bruders des Verkäufers Berthold Brettträger, der wegen einer Augenkrankheit nicht persönlich vor dem Landgericht erscheinen konnte und sich dort durch Klaus (Clawes) von Münzenberg (Mynczenberg), Schreiber des Aschaffenburger Vizedoms Eberhard von Fechenbach (Vechinbach), vertreten ließ. Der Zentgraf hat dann den Kanoniker und Kämmerer des Stifts Hermann Legehetzel als Vertreter der Käufer in den Besitz der Gült gesetzt. Auf dessen Bitte hin hat der Notar darüber ein Notariatsinstrument ausgefertigt.