Beschreibung
Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aschaffenburg beurkunden: Vor ihnen haben der Metzger (metzeler) Johann Dauwel und seine Ehefrau Liutgard (Luke), ihre Mitbürger, öffentlich bekannt, daß sie ihren Streit mit dem Dekan Marsilius und dem Stift Aschaffenburg gütlich beigelegt haben. Es ging dabei um Baustreitigkeiten wegen ihres neuen Hauses, das sie unten an dem Hof des Stifts, den derzeit der Dekan bewohnt und der vormals dem verstorbenen Wigand Binthammer gehört hat, errichtet haben. Es wurde vereinbart, daß die Eheleute an ihrem neuen Haus auf der Seite zu dem Hof des Stifts hin eine Rinne (kannel) auf ihre Kosten legen und künftig unterhalten sollen. Wenn der Dekan, seine Besitznachfolger oder das Stift auf ihrem Hof gegen das Haus der Eheleute hin einen Neubau errichten und dessen Giebel zum Haus der Eheleute hin wenden wollen, dann können sie ihren Neubau an der Hausmauer der Eheleute hochziehen. Diese sollen dann auch ihr Dach und die Dachsparren entsprechend zurückversetzen. Es soll dabei aber immer eine Rinne am Haus der Eheleute, die diese instand halten müssen, bleiben. Sofern das Stift bei einem Neubau auf seinem Hof dessen Traufe in der gleichen Richtung wie bisher beibehalten möchte, soll diese dasselbe Gefälle wie bisher bekommen, gleichgültig ob dies den Eheleuten zum Nutzen oder Schaden gereicht.