Urkunde, 1361 Januar 20

Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg

Beschreibung

Richard von Pulch, Bürgermeister, und Ulrich Beier, Schöffe zu Aschaffenburg, schlichten als Schiedsleute einen Streit zwischen Elisabeth, der Tochter der Katharina Scherer und Ehefrau des Herttechin Eckestein, auf der einen Seite sowie ihrer Schwester Gerhus, der Magd des Johann Wiebelsbecher (Wu/e/belsbecher), auf der anderen Seite. Bei dem Streit geht es um ein Haus, das vormals dem verstorbenen Konrad Scherer gehört hat. Es stößt unten an die äußere Pforte, durch die man aus der Stadt hinaus auf den Salzmarkt geht, und oben an das Haus der Adelheid Scherer. Die Schiedsleute haben Klage und Gegenklage der streitenden Parteien sowie verschiedene Zeugenaussagen gehört. Daraus hat sich ergeben, daß Gerhus Scherer das Haus von ihrer Mutter Katharina für 16 Pfund Heller Aschaffenburger Währung gekauft und 16 Jahre lang ohne Einspruch besessen hat, obwohl ihre Geschwister volljährig und nicht abwesend waren. Beide Parteien haben im voraus eidlich gelobt, den Spruch der Schiedsleute einzuhalten. Diese entscheiden nun, daß Gerhus ihrer Schwester Elisabeth und ihrem Bruder Konrad noch 2 Pfund Heller Aschaffenburger Währung zusätzlich zu den 16 Pfund, die sie bereits ihrer Mutter bezahlt hat, geben soll. Danach kann Gerhus frei über das Haus verfügen.