Rathaus in Sulzfeld am Main Über das Objekt
  • https://bavarikon.de/object/bav:ABW-ECH-0000000000215042
  • Rathaus in Sulzfeld am Main
    • Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (1545-1617)
    • Sulzfeld am Main
    • Amtshaus
    • Pfarrei St. Sebastian Sulzfeld a.Main
    • Echterwappen
    • Echterinschrift
    • Bauten des Fürstbischofs Julius Echter im Bistum Würzburg
  • Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg
  • Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg
    • Bayerische Denkmallistennummer - Identifikator: D-6-75-170-61
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • Foto: Andreas Grasser © Diözese Würzburg
  • 2019

Das Bauprogramm des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter (1573-1617) umfasste auch die Errichtung zahlreicher Verwaltungsbauten in der gesamten Fläche des Hochstifts. Amtshäuser, Vogteien und Rathäuser stärkten die zentralstaatliche Lenkung des Landes und mahnten die Untertanen zum Gehorsam gegen den Fürsten. Ein Musterbeispiel für den echterzeitlichen Verwaltungsbau ist das Rathaus der kleinen Marktgemeinde Sulzfeld am Main (Lkr. Kitzingen). Der dreigeschossige giebelständige Satteldachbau mit zwei weiteren Dachgeschossen zeigt die typischen Zierelemente der Echterzeit. Renaissance-Portale bilden einen repräsentativen Eingang. Der Giebel ist mit Voluten geziert. Über dem säulenflankierten linken Eingang verweist das Wappen des Fürstbischofs auf den Bauherrn und die Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg. Daneben belegt eine Echter-Inschrift das Baujahr 1609. Abweichend vom üblichen Standardtext der Echterinschriften wird hier der Zweck des Gebäudes in den Mittelpunkt gestellt. Sie mahnt die eintretenden Ratsherrn, „Nachtheil abzuschaffen und Nutzen zu mehren“, dabei aber stets „nach Deines Herren Wunsch“ zu handeln. Das hoch aufragende Rathaus dominiert den verhältnismäßig kleinen Marktplatz völlig und überragt die umliegenden Gebäude deutlich. Für den kleinen Ort Sulzfeld war es eigentlich völlig überdimensioniert. So konnte aber der hohe Bau, in dessen Giebelfeld ein weiteres großes Echter-Wappen prangt, selbst über die Ortsmauer hinweg den nahen protestantischen Gebieten ein Bild von der Leistungsfähigkeit des katholischen Hochstifts vermitteln. (Text: CC BY-NC-SA 4.0)