Beschreibung
Die 1826-1836 von Leo von Klenze (1784-1864) errichtete Alte Pinakothek wurde im Zweiten Weltkrieg bei Luftangriffen schwer getroffen und brannte im Inneren komplett aus. An der Südseite klaffte ein 40 Meter breiter Bombentrichter. Um Wiederaufbau oder Abriss entfachte sich eine heftige Diskussion. Mit einem 1951 vorgelegten Kostenvoranschlag zur Rettung der Alten Pinakothek wies Hans Döllgast (1891-1974) nach, dass er den Bau für etwa die gleichen Kosten 'flicken' könnte, die bei einem Abbruch entstünden. Daraufhin erhielt er den Auftrag zur Wiederherstellung des berühmten Museumsbaus.
Döllgast sah eine Einbeziehung der alten, noch vorhandenen Bausubstanz vor. Wesentliche Änderungen waren eine Neuorganisation des Grundrisses, die Verlegung des Eingangs von der Ost- auf die Nordseite sowie der Einbau einer gegenläufigen einläufigen Treppe. Den Bombenkrater ließ Döllgast mit Trümmerziegeln flicken, um somit die Geschichtsspur im Bauwerk ablesbar zu erhalten. 1957 konnte die Alte Pinakothek feierlich wiedereröffnet werden.
Das Modell aus den 1950er-Jahren mit den von Döllgast 1972/73 vorgeschlagenen Änderungen der Dächer und der Südfassade wurde 2017 von der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen dem Archiv übergeben.