Fleischbrücke: Perspektive

Architekturmuseum der Technischen Universität München

Beschreibung

Die Fleischbrücke in Nürnberg gilt als das bedeutende Steinbogenbauwerk der Spätrenaissance in Deutschland. Ihren Namen erhielt sie von dem einst benachbarten Fleischhaus. Die Schlachtungen fanden aber in Brücken- oder Fleischhäusern statt, die über der Pegnitz errichtet und mit der Brücke über einen Steg verbunden waren.

Die perspektivische Darstellung des aufgeständerten Brückenhauses ist mit der Feder in brauner Tinte laviert und zeigt einen farblich in Rot abgesetzten Anbau. Durch drei große Öffnungen zum Fluss konnten die Schlachtabfälle direkt ins Wasser geworfen werden. Auf der Rückseite des Blattes befindet sich der dazugehörige Grundriss mit Eintragung der Öffnungen.

Die Zeichnungen zur Fleischbrücke gehören zu den ältesten der Architektursammlung. Sie sind nicht nur wichtige historische Dokumente, sondern zeigen mit dem Brückenhaus eine seltene frühe perspektivische Zeichnung. Perspektivische Darstellungen entwickelten sich im 14. und 15. Jahrhundert in der Malerei, erst anschließend erfolgte eine Übertragung in Architekturentwürfe. Das Konvolut der Fleischbrücke besteht aus acht Plänen und fünf Schriftstücken und wurde 1973 vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg der Architektursammlung im Tausch gegen Archivalien übergeben.