Justizpalast: Hauptfassade (Perspektivischer Schnitt); Zentralhalle, Hauptgebäude (Querschnitt); EG (Längsschnitt)

Architekturmuseum der Technischen Universität München

Beschreibung

1887 erhielt Friedrich von Thiersch (1852-1921) von Prinzregent Luitpold von Bayern (reg. 1886-1912) den Auftrag zum Bau des Münchner Justizpalastes. Nach zähem Ringen fiel die Wahl des Bauplatzes auf den Herzoggarten gegenüber dem Karlsplatz, am Eingang zur Altstadt. Thiersch entwarf einen streng symmetrischen Rechteckblock mit zwei Innenhöfen und einer zentral gelegenen Treppenhalle, über die sich eine 66 Meter hohe Glas-Eisen-Kuppel erhebt.

Hunderte von Skizzen zeigen die intensive Beschäftigung Thierschs mit der Ausstattung und den Fassaden, die mit Motiven von verschiedenen barocken Bauwerken geschmückt sind. Im Zweiten Weltkrieg kam es zu Bombenschäden. Dabei ging eine Vielzahl des ornamentalen Schmuckes und der Freskobemalung verloren. Die Treppenhalle wurde vereinfacht wiederhergestellt und die Kuppel originalgetreu rekonstruiert.

Das große Schaublatt des Justizpalastes, auf dem Grundriss, Schnitt und Perspektive miteinander verknüpft sind, zeigt Thierschs virtuose Zeichen- und Maltechnik, die ungeteilte Bewunderung hervorrief. Das Original ist zwar verloren, es existiert jedoch noch eine Fotografie, die Thierschs überragende Darstellungstechnik vermittelt.