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Kykladenidol Über das Objekt
  • https://bavarikon.de/object/bav:ASM-DDD-00000B3D00000031
  • Kykladenidol
  • Erweiterte Beschreibung
    • Iraklia (Naxos)
  • 2700-2500 v. Chr.
  • H 25,4 cm – Material: Marmor, rot bemalt
    • Bilder zur Archäologie in Bayern
  • Archäologische Staatssammlung München
  • Archäologische Staatssammlung München
    • Archäologische Staatssammlung München - Bildnummer: D 2011-708
    • Archäologische Staatssammlung München - Inventarnummer: 1976,235
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • 2015

Kykladenidol

2700-2500 v. Chr.

Beschreibung

Durch Handel und die neu entwickelte Metallverarbeitung erlebte die Kultur der griechischen Kykladeninseln im 3. Jahrtausend v. Chr. eine Blütezeit. Die Erzeugnisse dieser Kultur, insbesondere die charakteristischen Marmoridole, gehören zu den in unserer Zeit am höchsten geschätzten prähistorischen Kunstwerken. Der Fundzusammenhang des vorliegenden Idols ist glücklicherweise bekannt. Es stammt zusammen mit zwei Marmorschalen, einer bemalten Kanne und drei Kupferwerkzeugen aus einem Grab von der kleinen Insel Iraklia bei Naxos. Die Ausmalung einer der perfekt gearbeiteten Marmorschalen mit rotem Ocker, der auch sonst häufig in prähistorischen Gräbern nachweisbaren Farbe des Blutes und damit des Lebens, dürfte ebenso wie die weibliche Idolfigur auf die mit Vegetations- und Fruchtbarkeitszyklen verbundene Regeneration des Lebens hinweisen. Die wertvollen Werkzeuge, zwei Beilklingen und ein Meißel, aus dem neuen Werkstoff Kupfer spiegeln den Wohlstand und sozialen Rang des Verstorbenen wider und können als Indiz für eine Männerbestattung gewertet werden. Das Marmoridol, dessen Unterschenkel und Füße fehlen, zeigt einen schlanken Frauenkörper mit langem konischen Hals und ovalem Kopf. Zierliche Arme rahmen rechtwinklig die flachen Brüste ein. Das Schamdreieck ist durch Ritzung angegeben, ebenso die Wirbelsäule. Die Rückenlinie sowie die obere und untere Halslinie weisen Reste roter Ockerfarbe auf. Im Gesicht sind doppelte Punktreihen auf der Stirn und den Wangen erhalten.

Archäologische Staatssammlung München

CC BY-NC-SA 4.0