Bernsteinkette

Archäologische Staatssammlung München

Beschreibung

Diese Bernsteinkette wurde 1824 in einem der größten der insgesamt 24 Grabhügel umfassenden Nekropole zwischen Aubstadt und Waltershausen in Unterfranken ausgegraben. Ob ein Satz von neun, fast 10 cm hoch aufgetürmten bronzenen Halsringen aus demselben Hügel auch zum Schmuck der Dame mit großer Bernsteinkette gehörte, ist nicht sicher. Die Kette besteht aus 60 Perlen, weitere 35 kleinere und kleinste Perlen fehlen heute. Die größte und mittlere Perle zeichnet sich durch fünf umlaufende regelmäßige Rillen aus. Eine weitere Besonderheit weisen vierzehn der großen und größeren Perlen auf: Sie besitzen an der Mündung der Durchbohrung auf einer oder beiden Seiten zwei bis vier feine, schräg in den Perlenkörper führende Bohrkanäle. Hält man die Perlen gegen das Licht, erscheint ein Strahlenmuster. Die magischen Eigenschaften, die im Altertum dem Bernstein zugeschrieben wurden, wurden durch dieses Strahlenmuster sicherlich unterstrichen. Die Kette aus Waltershausen ist somit im Hallstattkreis nicht allein durch Größe und Vielzahl der Perlen ein seltenes Schmuckstück, sondern auch einzigartig aufgrund der raffinierten technischen Bearbeitung und der damit erreichten Steigerung der Lichtdurchlässigkeit.

Autor

Archäologische Staatssammlung München

Rechtehinweis Beschreibung

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