Kammhelm (Seitenansicht)

Archäologische Staatssammlung

Beschreibung

Der Bronzehelm wurde 1966 aus den Flußschottern des Mains bei Ebing ausgebaggert. Der Helm ist aus zwei Hälften getrieben, die am Kamm gebördelt sind. Die Schmalseiten zieren eine bzw. zwei Stachelnieten. Die paarweise angebrachten Nietlöcher auf beiden Seiten weisen auf eine Befestigungsmöglichkeit für Wangenklappen. Der untere Haubenrand ist um einen Bronzedraht nach außen gebördelt. Urnenfelderzeitliche Schutzwaffen (12.-9. Jh. v. Chr.) aus Bronze (Helme, Beinschienen und Brustpanzer), die auf mediterrane Vorbilder zurückgehen, stammen v. a. aus Depotfunden. Sie gelangten nördlich der Alpen nur sehr selten in Gräber. Die prächtigen Ausrüstungsgegenstände waren einer kleinen, weit vernetzten Elite vorbehalten. Schlichte Kammhelme der westlichen Urnenfelderkultur wie das Exemplar aus dem Main bei Ebing sind nur vereinzelt, aber in einem geographisch weiten Raum, vom Inn bis zur Kanalküste, verbreitet. Sie wurden als Weihegaben in Flüssen versenkt. Innenansicht siehe Fotonummer D 2011-190.

Autor

Archäologische Staatssammlung München

Rechtehinweis Beschreibung

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