Beschreibung
Das vorliegende Beispiel zeigt unter einer Arkadenarchitektur eine Gruppe von drei Gottheiten. Im Zentrum steht die bewaffnete Minerva, begleitet von einer Eule. Diese Attribute weisen auf ihre Funktion als Göttin der klugen Kriegsführung hin. Die beiden seitlichen Figuren blicken auf sie: links Merkur mit Flügelhut, Geldbeutel und Hahn (Götterbote und Schutzpatron des Handels und des Gelderwerbs), rechts Apollo mit dem Saiteninstrument Kithara und einem Plektron (Gott der Künste). Obwohl sie alle drei in rein römischer Ikonographie erscheinen, weist diese Kombination auf eine einheimische Kultgemeinschaft hin, die auch andernorts im raetischen Bereich bekannt ist. Dabei können durchaus auch andere Wirkungsbereiche dieser Gottheiten im Vordergrund gestanden haben, selbst wenn sie hier in römischem Gewand auftreten. Die Votive waren auf Halterungen aufgesteckt und standen ehemals in einem Heiligtum. Typisch und auch durch andere Funde belegt sind der blattartig ausgeschnittene Umriss und die Fältelung der freien Flächen. Die Darstellungen wurden mittels Einzelmodeln aus dem Silberblech getrieben. Auf den elf Silberblechen fanden einige Modeln wiederholt Verwendung, was für die Anfertigung in ein und derselben Werkstatt spricht. Es liegt vor allem wegen der unüblichen Kombination von Göttern nahe, die Herstellung im lokalen raetischen Bereich zu vermuten. Zum Schatzfund siehe auch Fotonummer GD 1999-163.
Autor
Archäologische Staatssammlung München