Beschreibung
Der Fundort der 384 Goldmünzen, die ehemals in einem eisernen Töpfchen vergraben wurden, liegt knapp 60 Kilometer nördlich des Oppidums Manching und 170 Kilometer westlich des Oppidums Stradonitz in Böhmen. Die monetären Kontakte zwischen Bayern und Böhmen spiegeln sich in der Zusammensetzung der Münzen wider: Außer den goldenen Regenbogenschüsselchen, schüsselförmig gewölbten Münzen, enthielt der Fund auch noch zu etwa einem Zehntel boische Münzen der sogenannten Älteren Goldprägung. Vertreten sind drei unterschiedliche Nominale: südbayerische und böhmische Statere mit Gewichten um 7,7 Gramm, boische Drittelstatere mit 2,6 Gramm und südbayerische Viertelstatere mit 1,8 Gramm. Das boische Goldmünzensystem beruht – im Gegensatz zum südbayerischen – auf einem differenzierteren Stückelungssystem, da man dort auch noch Drittel- und Achtelstücke prägte. Alle Münzen unterlagen einem Standardgewicht. Die Münzhandwerker waren unter Verwendung von Feinwaagen in der Lage, Rohgold so exakt abzuwiegen, dass die Einzelstücke in ihren Gewichten nur geringfügig differierten. Die südbayerischen Goldmünzen unterscheiden sich im Goldgehalt von den böhmischen, die aus fast reinem Gold bestehen, während den Regenbogenschüsselchen etwa zu einem Viertel Silber und Kupfer zulegiert wurde. Heute ist nicht mehr festzustellen, auf welche Weise der Schatz zusammengetragen wurde, ob durch Geschäfte mit Händlern, durch das Erheben von Zoll, durch Heirat oder Raub.
Autor
Archäologische Staatssammlung München