Zwei Feuerböcke, zwei Bratspieße

Archäologische Staatssammlung München

Beschreibung

Eine Rarität stellt eisernes Herdgerät nördlich der Alpen dar. Solches ist aus zwei sehr reichen Gräbern des 7. Jahrhunderts v. Chr. aus Nordbayern überliefert, deren Ausstattung sich darüber hinaus durch Wagen und Pferdegeschirr auszeichnet: Drei gut einen Meter lange Bratspieße stammen aus Großeibstadt in Unterfranken und zwei Feuerböcke, auf denen ein ganzes Bündel von Bratspießen lag, aus einem Grab von Beilngries in Oberbayern. Mit diesen Beigaben ist wohl die Vorstellung verbunden, dass der Verstorbene auch im Jenseits die Rolle des Gastgebers einnimmt, der eine Gemeinschaft mit gebratenem Fleisch bewirtet. Das Vorkommen von eisernem Herdgerät im 7. Jahrhundert v. Chr. und die damit verbundenen Vorstellungen des aristokratischen Banketts sind mit den engen Kontakten zum östlichen Hallstattkreis zu erklären, wo italische Vorbilder – insbesondere aus Etrurien und dem Picenum – aufgenommen und weiter nach Norden vermittelt worden sind.

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Archäologische Staatssammlung München

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