Beschreibung
Die geschliffene Beilklinge aus Jadeitit mit spitzem Nacken und ovalem Querschnitt ist ein Einzelfund. Jadeitit ist ein metamorphes Gestein, das überwiegend aus dem Mineral Jadeit besteht. Die einzigen europäischen Vorkommen finden sich in den Hochgebirgslagen des Monte Viso im Piemont und um den Monte Beigua in Ligurien (Italien). Dort konnten auch Spuren von Jadeitit-Bergbau aus dem späten 6. und 5. Jahrtausend v. Chr. nachgewiesen werden. Beilklingen aus diesem Material wurden als Geschenke oder Tauschgut von einer Bevölkerungsgruppe zur anderen weitergegeben und gelangten so in weite Teile Westeuropas und bis nach Dänemark und Schottland. Jadeititbeilklingen werden selten in Gräbern oder Siedlungen geborgen. Insbesondere große Beilklingen, wie jene aus Haibach, sind aus Siedlungen unbekannt. Wenn sie in Gräber gelangten, dann finden sie sich in reich ausgestatteten Gräbern. Meist handelt es sich jedoch um Deponierungen ohne weitere Beifunde. Ethnoarchäologische Untersuchungen lassen vermuten, dass den Jadeititbeilklingen eine hohe Bedeutung innerhalb von Riten und zeremoniellen Handlungen zukam.
Autor
Archäologische Staatssammlung München