Beschreibung
Die Trense besteht aus einer starren Gebissstange mit zwei entgegengesetzt eingerollten Enden und den Knebeln. Diese sind sehr reich à jour gearbeitet und figürlich verziert. Im Gegensatz zu den übrigen Knebeln ist hier eine ganze Szene dargestellt. Auf einer Standleiste steht im Zentrum ein Baum. Das Loch für die Gebissstange befindet sich am Ansatz der Äste oben am Stamm. Hier wachsen drei Äste mit je drei Blättern aus dem Stamm heraus. Daneben stehen antithetisch Mischwesen, die mit einem Vorderlauf den Baum an den Ästen, mit dem zweiten Vorderlauf den Ring und mit einem Hinterbein den Stamm fassen. Die Mischwesen setzen sich aus katzenartigem Körper mit langem geringeltem Schwanz, einem Menschenkopf mit volutenförmiger Locke und Flügeln zusammen. Auf der Rückseite des Knebels sitzen zwei Dorne. Zentrale Bäume haben eine alte Tradition und wurden auch mit anderen Wesen kombiniert, z. B. bei à jour gearbeiteten Nadelköpfen. Es wurden auch schon die Komposition der Standarten dahingehend erörtert, dass man als Verbindungselement zwischen Ständer und Aufsatz einen Zweig vorschlug, der dann ebenfalls die Idee des zentralen Baumes darstellen sollte. Mischwesen und Genien am zentralen Lebensbaum sind sowohl in Iran wie in Mesopotamien sehr verbreitet.
Autor
Archäologische Staatssammlung München