Beschreibung
Der Fingerring stammt aus der Sammlung Marie-Luise und Dr. Thomas Dexel. Die bandartige Schiene ist mit kreuzschraffierten Rauten verziert und endet in zwei sich fassenden Händen. Die Gewandärmel sind mit einer flachen Leiste und kurzen gravierten Strichen angedeutet. Die Ringplatte hat die Form eines bekrönten Herzens mit zwei seitlich nach unten weisenden Blüten, wobei die Zacken der Krone und die Blüten in der Form nicht unterschieden sind. Siehe Fotonummer MD 2002-504. Durch Vergleichsbeispiele kennt man die ursprüngliche Kombination. Herz und sich vereinende Hände sind die Charakteristika für Liebes- und Verlobungsringe, die vor allem in England, aber auch in Frankreich, Deutschland und Italien verbreitet waren. Die verschlungenen Hände entsprechen antiker Tradition (dextrarum iunctio) und sind seit dem Mittelalter wieder sehr beliebt, das Hinzufügen eines Herzens ist eine Erfindung des 15. Jahrhunderts.
Autor
Archäologische Staatssammlung München