Beschreibung
Der Goldfingerring stammt aus der Sammlung Marie-Luise und Dr. Thomas Dexel. Er ist massiv gegossen und entspricht dem hellenistischen Ringtypus, bei dem der obere Teil insgesamt erhöht ist, wobei sein seitlich zur Platte hin geschwungen ausladender Kontur in das späte 3. bzw. frühe 2. Jahrhundert v. Chr. weist. Die flache ovale Platte umgibt ein breiter einfacher Goldrand als Rahmen für die Einlage. Im jetzigen Zustand ist hier ein Cameo eingesetzt, der aus späterer Zeit stammt. Bei dem hochovalen Cameo aus weiß und braun geschichtetem Achat ist das untere Drittel des Hintergrundes ergänzt. Das aus der weißen Schicht fein herausgearbeitete Bildmotiv – ein Frauenporträt nach rechts – ist gut erhalten. Es zeigt eine Frauenbüste mit drapiertem Gewandansatz und einer sehr sorgfältig ausgeführten Frisur mit vier parallelen Wellenreihen und einem tiefsitzenden Knoten im Nacken, der durch Kerben gemustert ist. Diese Haartracht wiederholt sich bei Porträts weiblicher Mitglieder des Kaiserhauses aus spätantoninischer Zeit, z. B. bei Faustina Minor oder Lucilla.
Autor
Archäologische Staatssammlung München