Römischer Goldring

Archäologische Staatssammlung

Beschreibung

Der massiv aus Gold geschmiedete Ring mit ehemals ovaler Öffnung stammt aus der Sammlung von Alain Ollivier. Die Schiene ist innen durchlaufend glatt, außen stark wölbend und zum hohen Schulteransatz breiter und dicker verlaufend. Die hohe und stark abknickende Schulterpartie wird nach oben hin breiter und geht in den Ringkopf über. Eine annähernd ovale Siegelfläche zeigt das gepunzte und eingravierter Brustporträt eines Mannes in Dreiviertelansicht nach links. Er trägt das kurze Haar und den Bart stark gelockt. Um den Ansatz seiner Schulter ist eine Toga drapiert. Die Ringform mit betonter Schulterpartie kann ins späte 2.-3. Jh. n. Chr. datiert werden. In dieser Zeit war der aus Leptis Magna, Nordafrika, stammende Septimius Severus (193-211 n. Chr.) römischer Kaiser. Das Porträtbildnis belegt das charakteristische Erkennungsmerkmal für die Haartracht in severischer Zeit: Kurz geschnittenes und stark gelocktes Haar. Die große Punzierung am Fingerring und die kleinen Proportionen lassen jedoch kaum eine Zuschreibung an eines der damals herrschenden Mitglieder der severischen Familie zu. Der hier als Porträt dargestellte Mann mit Toga stammte möglicherweise aus dem näheren Umkreis der Kaiserfamilie oder er war ein einflussreicher Bürger des römischen Reichs, der die tonangebende Frisurmode des Kaiserhauses nachahmt, ein nicht ungewöhnliches Verhalten.

Autor

Archäologische Staatssammlung München

Rechtehinweis Beschreibung

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