Beschreibung
Der massiv aus Gold geschmiedete Ring mit nahezu runder Öffnung stammt aus der Sammlung von Alain Ollivier. Die Schiene aus dickem Runddraht, deren offene Enden oben zusammengelötet und flachgeschmiedet sind, stützt den aufgelöteten Ringkopf in Hochovalform. Die Siegelplatte mit glatter Unterseite, gewölbter Oberfläche und abgerundeter Kante zeigt eingepunzt und graviert die Darstellung des hl. Johannes (?), gekleidet in kurzärmeliger Tunika. In der rechten Hand hält er eine Lanze, und mit seiner linken stütze er sich auf sein Schild. Sein Haupt umgibt ein Heiligenschein und seitlich flankierend verläuft die griechische Inschrift: „Ο ΑΓΙΟ ΙωΑΝΝΙ“ (Heiliger Johannes). Nach der Inschrift zu urteilen, handelt es sich bei der Heiligendarstellung in Kriegertracht vermutlich um Johannes den Täufer. Mit Tunika und Stiefeln, Lanze und Schild ist er anderen Kriegerheilgen auf byzantinischen Darstellungen, unter anderem dem hl. Georg, hl. Dimitrios und hl. Theodor ähnlich. Die skizzenhafte Wiedergabe des Heiligen lässt das Schwert in seinem Gürtel nur vermuten. Bereits aus frühchristlicher Zeit wird dieser Heilige als Philosoph mit einem Mantel oder mit der tunica exomis dargestellt.
Autor
Archäologische Staatssammlung München