Phönizischer Goldring

Archäologische Staatssammlung München

Beschreibung

Der massiv aus Gold geschmiedete Ring stammt aus der Sammlung von Alain Ollivier. In Schienenrichtung ist der ägyptische Gott Bes mit Federkrone in gerillter Umrandung eingepunzt und graviert. Vor sich hält er ein kugelförmiges Musikinstrument (Tamburin?) und die Sa-Schleife. Die Werkzeugspuren des Goldschmieds können an der Metalloberfläche verfolgt werden. Vermutlich sind zur Entstehungszeit schon aus Gründen der Stabilität überlappende Verstärkungen aus Gold am Ringkopfansatz angebracht worden. Die Schiene ist leicht verbogen. Am Ringkopfansatz und an einer Ringschulter sind Platineinschlüsse zu erkennen. Sowohl die Ringform als auch die Darstellung des Gottes Bes weisen auf den ägyptischen Einfluss im phönizischen Schmuck hin. Auf Zypern hatten die Phönizier enge Verbindungen mit ihrem Kernland Libanon, aber die Inspiration durch Ägypten bleibt zeitweilig vorherrschend. Die Phönizier übernahmen ägyptische Motive mit magischen und religiösen Inhalten. Dazu gehört der ägyptische Gott Bes, der missgestaltet ist und mit seinem fratzenhaften Gesicht alles Böse abwehrt. Ursprünglich trug Bes ein Löwenfell auf dem Rücken, von dem spätere Darstellungen nur noch die Löwenmähne, die Tierohren und den Schwanz beibehalten wurden. Sein Attribut ist als Schutzsymbol die Sa-Schleife, und er trägt unter anderem ein Messer als Zeichen der Abwehr oder Musikinstrumente, mit deren Klang er die bösen Geister verscheucht.

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Archäologische Staatssammlung München

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