Römischer Goldring

Archäologische Staatssammlung

Beschreibung

Der aus Gold gegossener Ring mit querovaler Öffnung stammt aus der Sammlung Alain Ollivier. Die flachgeschmiedete Ringkopfoberfläche hat eine querovale Form. Darin angerieben gefasst ist eine Kamee aus rotem Jaspis mit der Darstellung einer Stielkasserolle. In die glatte Oberfläche ist in Gemmenschnitt der Griff des Gefäßes wiedergegeben, aus dem flachen Jaspisstein mit schmalen Seitenkanten ragt als Relief der Gefäßkörper der Kasserolle. Die Bodeninnenseite des Gefäßes zeigt einen weiblichen Kopf im Profil nach links gerichtet. Die Kasserolle als Kameenmotiv ist ungewöhnlich. Parallelen sind bisher unbekannt. Für die Deutung der Kasserolle als Motiv und seine Verwendung ist jedoch die Datierung des Fingerrings in das späte 1. – frühe 2. Jh. von Bedeutung. Kasserollen dieser Art haben wohl keine hellenistische Tradition, auf die die Römer zurückgreifen konnten. Die Form erscheint im Geschirr der Römerzeit erst im späten 1. Jh. v. Chr. Bereits im 1. Jh. n. Chr. wurden dann Kasserollen aus Bronze in Massen produziert. Ihre Verwendung in Bronze oder in vornehmeren Haushalten aus Silber ist bis ins 5. Jh. n. Chr. zu verfolgen. Etwa zeitgleich mit der Kamee sind Kasserollen aus Silber in den Grabfunden von Pompeji und Boscoreale sowie im bekannten Hildesheimer Silberfund. Kasserollen dienten in der frühen römischen Kaiserzeit in der Regel als Kochgeschirr.

Autor

Archäologische Staatssammlung München

Rechtehinweis Beschreibung

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