Beschreibung
Goldring aus der Sammlung von Alain Ollivier. Der Ring besteht aus einer Goldmünze, die von vier Goldblechkrappen modern eingefasst ist. Die Münzvorderseite zeigt ein stehendes Pferd im Profil nach rechts auf einer Standfläche und die in der Ringkopfunterseite versteckte Münzrückseite den Kopf einer Kore im edelgeschnittenen Profil nach links. Bei der Goldmünze handelt es sich um einen karthagischen Goldstater aus der Zeit um 350-320 v. Chr. Die Kore (Persephone), eine Tochter der Demeter, Erdmutter und Göttin der Fruchtbarkeit, trägt auf ihrem Kopf die Symbole des Ackerbaus als Attribut: Kornähren. Der Ohrschmuck mit vasenförmigen Anhängern entspricht auch der Datierung der Münze. Die moderne Ringfassung ist geschickt gearbeitet, so dass der Originalzustand der Münze erhalten geblieben ist. In phönizischer Zeit gehörte Karthago zu den wichtigsten Münzstätten des westlichen Mittelmeers. Es entwickelte sich zum Zentrum des Münzwesens. Ebenda wurden die ersten phönizischen Münzen Mitte des 4. Jhs. v. Chr. geprägt. Das gleichbleibende Motiv der Kore in Verbindung mit dem meist unterschiedlich dargestellten Pferd zeigen Münzen bis zum Fall Karthagos 146 v. Chr. Das Material der Münzen bestand häufiger aus Silber und Bronez als aus Gold und Electrum.
Autor
Archäologische Staatssammlung München