Beschreibung
Goldring aus der Sammlung von Alain Ollivier. Der nahezu längsrechteckige Ringkopf aus einem untergelegten Goldblech und oben aus drei Zargenfassungen in Längsovalform mit Türkis, Karneol und einer weißlichen Glaspaste in Mugelschliff. Die Fassungen werden seitlich von einer Goldkugel flankiert, der Mittelteil wiederum von einer Goldblechkante. Beidseitig bilden zwei vertikale Granalienreihen, jeweils von einem Runddraht getrennt, den Ringkopfansatz. In Verbindung mit den Schienenenden wirkt der Ringkopfansatz architektonisch wie der Architrav zum Kapitell. Ein Bogen aus Granalien fasst den Mittelteil des Ringkopfes ein. Da die Glaspaste für die Fassung zu klein ist, handelt es sich vermutlich um eine spätere Ergänzung. Der Stein zeigt Rissbildung und Fehlstellen sowie Reste von verkrusteten Erdspuren. Die Zierdrähte kennzeichnen Spuren vom vielen Tragen. Den von Runddrähten begleiteten Perl- oder Kordeldraht haben phönizische Fingerringe bereits im 7.-6. Jh. v. Chr. Die Form des Ringkopfes geht auf ägyptische Vorbilder zurück, die aus Gold oder Fayence hergestellt wurden. Die Zahl der ovalen Fassungen variiert, sogar die Goldkugeln seitlich der Fassungen finden sich als Manschetten auf den ägyptischen Beispielen. Der Rückgriff auf die Formen und Ikonografie Ägyptens ist typisch für den phönizischen Schmuck. Die Verbindungen zwischen Zypern, Syrien und Palästina waren schon im 2. Jtsd. v. Chr. eng.
Autor
Archäologische Staatssammlung München