Der Freisinger Dom nach der barocken Umgestaltung, Kupferstich von Franz Joseph Mörl nach Cosmas Damian Asam, 1724; Abzug von 1824

Archiv des Erzbistums München und Freising

Beschreibung

Das bevorstehende 1.000-jährige Jubiläum der Ankunft des heiligen Korbinian in Freising nahm Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck (1696-1727) zum Anlass, die Raumschale des im Kern mittelalterlichen Freisinger Doms völlig neu gestalten zu lassen. Damit beauftragte er die Künstler-Brüder Cosmas Damian (1686-1739) und Egid Quirin (1692-1750) Asam.

Innerhalb von nur eineinhalb Jahren versahen sie den Kirchenraum mit neuer Zier. Die Stuckierung Stuckierung machte den Raum insgesamt zum festlichen Abbild des Himmels. In den Deckenbildern öffnet er sich hin zur jenseitigen Welt. Das zentrale Fresko des Langhauses zeigt den Freisinger Heiligenhimmel: Der hl. Korbinian, umgeben von weiteren hier besonders verehrten Heiligen, erhält durch Christus die Krone des Lebens. In der illusionistisch gemalten Scheinkuppel über dem Chorraum ist die Gottesmutter Maria als Hauptpatronin des Doms dargestellt. An den seitlichen Emporen-Brüstungen stellen 20 weitere Fresken den Besuchern Szenen aus dem Leben Korbinians vor Augen.

Den großformatigen Kupferstich schuf nach der Vorlage von Cosmas Damian Asam dessen Schwager Franz Joseph Mörl. Er zeigt den Einzug von Fürstbischof und Domkapitel in den Dom. Dabei dokumentiert er nicht nur dessen neue Gestalt, sondern gibt auch eine Sehanleitung, denn die Deckenbilder sind so dargestellt, als würde sich in ihnen wirklich der Himmel öffnen.