König Ottokar Přemysl II. von Böhmen (reg. 1253-1278): Ottokarkreuz Über das Objekt
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  • Ottokarkreuz
  • Erweiterte Beschreibung
    • König Ottokar Přemysl II. von Böhmen (reg. 1253-1278)
    • Bischof Nikolaus von Ybbs
  • um oder kurz nach 1261
  • Gesamthöhe mit Fuß: 84,5 cm; Höhe des Kreuzes alleine: 36,7 cm; Breite des Kreuzes: 30,8 cm; größte Breite des Kreuzfußes: 28,5 cm / Material: Gold, Silber, Edelsteine
    • Reliquie
    • Verpfändung
    • Juden zu Regensburg
    • Goldschmiedekunst
  • Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
  • Kunstsammlungen des Bistums Regensburg
    • Kunstsammlungen des Bistums Regensburg - Signatur: Domschatz Regensburg, D 1974/0069
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • 2021

Ottokarkreuz

um oder kurz nach 1261
  • König Ottokar Přemysl II. von Böhmen (reg. 1253-1278)
  • Bischof Nikolaus von Ybbs

Beschreibung

Das Ottokarkreuz wurde anlässlich der Krönung von König Ottokar Přemysl II. von Böhmen (reg. 1253-1278) von ihm selbst in Auftrag gegeben. Dies belegt die elegante Stiftungsinschrift „REX OTAKARVS ME FECIT“ auf dem waagerechten Kreuzbalken auf der Rückseite des Ottokarkreuzes. Gefertigt wurde es demnach wohl in der Zeit zwischen 1261 und 1278.

Das Kreuz wurde aus Gold gefertigt und enthält eine kostbare Reliquie vom Kreuz Jesu Christi. Sie ist als schlichtes hölzernes Doppelbalkenkreuz geformt und auf der Vorderseite des Ottokarkreuzes hinter einer Scheibe aus geschnittenem und geschliffenem Bergkristall gesetzt. Für dieses Heiltum entstand aus Gold und Edelsteinen eine würdige Fassung, die durch die niellierte Rückseite unter die künstlerisch bedeutendsten Goldschmiedearbeiten des Mittelalters eingereiht werden kann.

Das Kreuzreliquiar ist reich mit Granaten, Amethysten, Rubinen, Jadesteinen, Opalen, Perlen, Saphiren und Chrysolithen verziert, wobei vom ursprünglichen Bestand nur die Steine in den Vierpässen und auf den Ecken dazwischen erhalten sind.

Der teilweise vergoldete silberne Kreuzfuß dürfte von Bischof Nikolaus von Ybbs in Auftrag gegeben worden sein und entstand wohl bald nach 1313 in Regensburg. Er ist verziert mit vier Löwenfüßen, Medaillons, kleinen Drachen und Silberplatten mit eingravierten Heiligenfiguren.

Im Jahr 1695 ließ Weihbischof Albert Ernst Graf von Wartenberg (1688-1715) das Ottokarkreuz restaurieren. Das heutige Aussehen der Vorderseite, vor allem in Bezug auf die Besetzung mit Granaten, geht im Wesentlichen auf diese Restaurierung zurück. Die Rückseite zeigt nahezu unberührt die in extrem feiner, reicher Niellotechnik ausgeführten Darstellungen der Kreuzigung Chrsti und der vier Evangelisten.

Astrid Riedler-Pohlers

CC BY 4.0