Beschreibung
Auf der einen Seite der goldenen Schließe ist die zentrale Rosette angelötet, die aus einer sechsblättrigen Blüte mit einem ovalen Rubincabochon besteht. Die andere Hälfte konnte dort auf der Rückseite eingehängt werden. Der dazugehörige Haken ist jedoch abgebrochen und fehlt. Das "französische" - das heißt durchbrochene - Flechtwerk aus vier Strängen ist auf jedem Teilstück mit einer Sternrosette geschmückt, die mit einem Rubin besetzt ist. Die Enden verjüngen sich zu Rollwerkmotiven. Die Flechtteile sind mit gravierten Goldblechen hinterlegt. Dazwischen war ursprünglich ein textiles Gewebe oder ein Ledergurt befestigt. Bei der Entnahme der Schmuckstücke aus der Lauinger Fürstengruft im Jahr 1781 wurde die Schließe Dorothea Sophia von Pfalz-Sulzbach, Tochter des Otto Heinrich von Pfalz-Sulzbach und der Dorothea Maria von Württemberg, zugeordnet. Dabei wurden die zwei Teile der Schließe fälschlicherweise als Armspangen bezeichnet. Möglich wäre, dass die zur Zeit der Bestattung bereits unmodernen und beschädigten Teile der Schließe von den Hinterbliebenen auf den Leichnam aufgelegt wurden mit der Absicht, damals modische Armspangen zu imitieren.