Beschreibung
In der Regel beziehen sich Jubiläen von Wallfahrtsstätten auf die Auffindung, Einbringung, Erhebung, Übertragung oder Stiftung des verehrten Gnadenbildes, die Erstnennung einer Gnadenstätte oder das Jahr einer Heiligsprechung. Die Feier solcher wiederkehrender Gedenktage besaß und besitzt große Bedeutung, da die Vermittlung von Gnadenstätten als historische Orte eine Brücke zum Geschichtsverständnis der Bevölkerung darstellen konnte. Noch wichtiger war in diesem Zusammenhang wohl das mit einem möglichst hohen Alter assoziierte Renommee eines Gnadenortes oder -bildes.
Das Kloster Tegernsee war bis zu seiner Aufhebung im Zuge der Säkularisation im Jahr 1803 die wichtigste Benediktinerabtei Oberbayerns. Die ehemalige Klosterkirche St. Quirin ist heute die katholische Pfarrkirche des Ortes Tegernsee.
Im Nachkriegsjahr 1946 stand die Zwölfhundertjahrfeier Tegernsees ganz im Zeichen des ehemaligen Klosters und der zugehörigen Wallfahrt. Als Erinnerungsmedium an das Jubiläum erschien eine Gedenkmedaille. Den schwierigen Zeiten geschuldet, ist die leicht ovale Medaille in dem Material Tombak ausgeführt, also einer günstigen Kupferlegierung, die in dieser schwierigen Zeit in ausreichender Menge als Prägematerial verfügbar war. Gleichermaßen bescheiden nimmt sich die Gestaltung des Stücks aus. Auf der Vorderseite ist eine Ansicht des Klosters mit St. Quirin in der Mitte zu erkennen. Die Rückseite ziert das umkränzte Klosterwappen.