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Nachlass Julius Waldemar Grosse (1828-1902) - Grosseana

Dieser Nachlass gehört zu der Sammlung "Nachlässe" aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek.

Julius Waldemar Grosse (1828-1902) absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Geometer, die ihn auf den Beruf des Architekten vorbereiten sollte. Nach dem Examen und einer kurzen Tätigkeit als Beamter nahm Grosse ein Studium der Rechtswissenschaften in Halle/Saale auf.

Ab 1849/1850 verfasste er seine ersten Dramen, deren literarischer Erfolg ihn das Jurastudium abbrechen ließ. 1852 kam Grosse nach München, um an der dortigen Akademie seiner ursprünglichen Neigung gemäß ein Kunststudium aufzunehmen, wechselte schließlich jedoch gänzlich zur Literatur. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Dichter und späteren Nobelpreisträger Paul Heyse (1830–1914, Heyse-Archiv), gründete Grosse "Die Krokodile" (vgl. Cgm 6539), einen Münchner Dichterkreis, der sich einer klassizistisch-idealistischen Poetik verschrieben und bis 1883 Bestand hatte.

Seit 1855 war Grosse Redakteur und Kunstkritiker bei diversen Zeitungen, seit 1869 wirkte er als Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung in Weimar und Dresden. Literarisch trat er am erfolgreichsten mit Versepen, Novellen und Romanen hervor, z. B. "Der Wasunger Not" (1872), "Der getreue Ekkart" (1885). Aufschlussreich ist auch seine Autobiografie "Ursachen und Wirkungen" (1896). Als angesehener Hofrat und Professor verstarb Grosse 1902 am Gardasee.

Der Nachlassbestand umfasst 52 kleine und 16 große Schachteln sowie sieben Bände. Er gliedert sich in Grosseana und Grosseana Supplement. Der Nachlass enthält literarische Manuskripte, u.a. das historische Drama "Kaiser Heinrich VI." sowie zahlreiche Entwürfe zu Gedichten, Romanen, Notizen, Korrespondenz und biografische Dokumente wie die Memoiren Grosses.

Teile des Nachlasses wurden für bavarikon digitalisiert und sind hier zugänglich: