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Nachlass Elsa (1865-1946) und Hugo (1863-1941) Bruckmann - Bruckmanniana

Dieser Nachlass gehört zu der Sammlung "Nachlässe" aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek.

Der Nachlass von Elsa (1865-1946) und Hugo (1863-1941) Bruckmann trägt die Signatur "Bruckmanniana". Er enthält Briefe von Künstlern, Schriftstellern und Vertretern des öffentlichen Lebens an Hugo und insbesondere an Elsa Bruckmann, weiterhin Dichtungsmanuskripte, politische Aufzeichnungen, Notizen, Korrespondenzbücher und Familienbriefe von Elsa Bruckmann.

Die Tochter des königlich-bayerischen Ulanenoffiziers Fürst Theodor Cantacuzène aus altem byzantinischen Adel war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der schillerndsten Gestalten der Münchner Gesellschaft. Von 1899 bis 1941 unterhielt sie einen Salon, in dem einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wissenschaft verkehrten. Später wurde sie Gönnerin Adolf Hitlers (1889-1945), den sie erstmals 1920 bei einer Parteiveranstaltung im Zirkus Krone erlebte. 1898 heiratete sie den Münchner Verleger Hugo Bruckmann. Dieser hatte den von seinem Vater gegründeten renommierten kunsthistorischen Verlag schon vor der Jahrhundertwende auf einen völkisch geprägten Kurs geführt und antisemitische Schriften in das Verlagsprogramm aufgenommen. Sowohl sein frühes Bekenntnis zur nationalsozialistischen Bewegung durch seinen Eintritt in die Partei und seine Förderung der „Nationalsozialistischen Gesellschaft für deutsche Kultur“ als auch sein parteipolitisches Engagement als Abgeordneter der NSDAP im Reichstag (seit 1932) trugen zum Aufbau eines weitreichenden persönlichen Netzwerks bei. Mit dessen Hilfe gelang es Bruckmann nach Ausbruch des Krieges, die Einstufung seines Verlages als "kriegswichtig" zu erwirken, sodass der Verlag weiterhin berechtig war, Titel zu verlegen und zu drucken.

Die Korrespondenz von Elsa Bruckmann mit Hugo von Hoffmannsthal wurde für bavarikon digitalisiert und ist hier zugänglich.