Facebook

Die Antworten aus der Oberpfalz auf die „Rundfrage“ des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde, 1908/09

Diese Sammlung ist ein Teil der „Rundfrage“ des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde aus dem Bestand des Instituts für Volkskunde.

Aus dem Regierungsbezirk Oberpfalz sind im Sammlungsbestand der „Rundfrage“ insgesamt 32 Antworten erhalten. Drei ehedem für die Oberpfalz eingereichte Schreiben gehören heute nach Oberbayern, zwei nach Niederbayern und eines nach Oberfranken, weil die Orte mit der Gebietsreform 1972 ihre Bezirkszugehörigkeit wechselten. Aus dem Bestand sind im Laufe der Zeit zudem mindestens 38 Zuschriften verschwunden.

Wer hat geantwortet?

Alle namentlich gekennzeichneten Antworten haben männliche Autoren verfasst, überwiegend sind es die örtlichen Lehrer, einer von ihnen ist zudem Publizist. Weitere Antworten haben vier Personen mit geistlichen Berufen, ein Bürgermeister und ein Magistrat geschrieben. Unter den Restlichen finden sich ein Förster, ein Apotheker und ein Fabrikbesitzer. Bei vier Zuschriften sind weder Namen noch andere Angaben überliefert. Die Antworten aus der Oberpfalz sind überwiegend kurz: 85 % sind bis zu neun Seiten lang, zwei mehr als zehn und zwei mehr als 20 Seiten. Mit 41 Seiten kommt der längste Beitrag aus Speinshart, heute im Landkreis Neustadt an der Waldnaab gelegen. Dieser wurde schon bald nach seiner Einsendung in der Monatsschrift des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde (Jg. 8, 1910, S. 5–10 u. S. 18–24) veröffentlicht.

Einwohnerstruktur der Orte

Zwei Drittel der Orte hatten um 1900 weniger als 500, ein knappes Fünftel bis 1000 und ein gutes Fünftel mehr als 1000 Einwohner; die Statistik enthält keine Angaben zur sozialen Schichtung. Mehr als die Hälfte der Orte hatte eine ausschließlich katholische Bevölkerung, knapp die Hälfte der Orte war überwiegend katholisch mit zusätzlich evangelischen Einwohnern. Nur der Ort Poppberg (Gemeinde Birgland, Landkreis Amberg-Sulzbach) war mehrheitlich evangelisch. In vier Orten gab es zudem Bewohner jüdischen Glaubens. Die Antworten der Umfrage gehen allerdings meist nicht auf Glaubens- oder Konfessionsunterschiede ein. Über die regionale Verteilung aller ursprünglich nachzuweisenden Orte vermittelt das Kartenbild einen ersten Eindruck, das Torsten Gebhard in seinem Aufsatz „Bemerkungen zur volkskundlichen Umfrage [...]“ (Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 1986/87, S. 9) gibt.

Die anderen Teilsammlungen zur "Rundfrage" von 1908/09