Handschriften aus bayerischen Bibliotheken und Archiven im UNESCO Memory of the World Programme

Im Jahr 1992 gründete die UNESCO das Programm "Memory of the World", um den freien Zugang zu bedeutsamen Dokumenten der Menschheit zu sichern und das dokumentarische Erbe zu bewahren. Aufgenommen werden wertvolle Buchbestände, Handschriften, Partituren, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente, „die das kollektive Gedächtnis der Menschen in den verschiedenen Ländern unserer Erde repräsentieren“.

Deutschland ist mit 24 Einträgen im Memory of the World-Register der UNESCO vertreten. Sie dokumentieren die Vielfalt deutscher Beiträge zur Kulturgeschichte in der Verschiedenheit der Inhalte, Formen und Orte der Überlieferung.

Die Bedeutung des bayerischen Kulturerbes wurde durch die Aufnahme zahlreicher Objekte in das "Memory of the World"-Programm sichtbar gemacht. Die Auszeichnung erhielten:

  • die reich illuminierten Handschriften des Klosters Reichenau am Bodensee aus dem 10./11. Jahrhundert, die sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Staatsbibliothek Bamberg befinden (aufgenommen 2003),
  • acht prachtvolle Codices der Bayerischen Staatsbibliothek München, die aus der Renaissance-Bibliothek des ungarischen Königs Mathias Corvinus (Bibliotheca Corviniana) stammen (2005)
  • die Handschrift A des Nibelungenlieds, des berühmtesten Heldenepos der mittelhochdeutschen Literatur, in der Bayerischen Staatsbibliothek München (2009),
  • das Lorscher Arzneibuch der Staatsbibliothek Bamberg als das älteste medizinische Buch des abendländischen Mittelalters (2013),
  • Exemplare der Goldenen Bulle, des wichtigsten Verfassungsdokuments des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zu dessen Ende im Jahre 1806, im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München und im Staatsarchiv Nürnberg (2013).

>> Diese Sammlung ist ein Bestand der Staatsbibliothek Bamberg und der Bayerischen Staatsbibliothek.