Museum für Franken

Seit 1913 gab es das Fränkische Luitpoldmuseum in der Maxstraße in Würzburg. Nach der Zerstörung des Hauses 1945 ließ Max H. von Freeden ab 1946 auf der Festung Marienberg das Mainfränkische Museum entstehen. Hanswernfried Muth, Hans-Peter Trenschel, Claudia Lichte, Erich Schneider und Jörg Meißner entwickelten es als seine Nachfolger weiter.

Ursprünglich eine städtische Einrichtung, wurde das Haus von 2003 bis 2016 von der Stadt Würzburg und der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken in Form eines Zweckverbandes getragen. Seit Januar 2017 befindet es sich in der Trägerschaft des Freistaats Bayern. Das Haus der Bayerischen Geschichte hat ab 1. Oktober 2025 die Verantwortung für das Museum und die Umsetzung der neuen Dauerausstellung übernommen. Richard Loibl wird als Direktor die Neukonzeption und Einrichtung des neuen Museums für Franken weiterverfolgen. Entstehen soll ein zeitgemäßes und besucherfreundliches Landesmuseum. Das Gesamterlebnis Festung und Museum für Franken steht dabei im Mittelpunkt – modern, offen und partizipativ. Die Dauerausstellung soll künftig die Kunst- und Kulturgeschichte ganz Frankens von der Vorgeschichte bis in die Gegenwart zeigen. Barrierefreiheit soll in allen Bereichen des Museums wie Ausstellungen, Gastronomie- und Servicebereich eine wichtige Voraussetzung sein.

Tilman Riemenschneider

Die Werke Tilman Riemenschneiders (um 1460-1531) bilden das Zentrum der aktuellen Sammlung. Als bedeutender Bildschnitzer und Bildhauer der deutschen Spätgotik betrieb er zwischen 1485 und 1531 in Würzburg eine große Werkstatt. Mit rund 80 Skulpturen, Reliefs und anderen Arbeiten besitzt das Museum für Franken die weltweit umfassendste Riemenschneider-Sammlung. Alle Tätigkeitsfelder sind vertreten: Bauplastik aus Stein, hölzerne Altarfiguren, kleinplastische Arbeiten und profane Werke.

Weitere Sammlungsschwerpunkte

Die archäologische Sammlung führt mit über 1.000 Exponaten von der Altsteinzeit bis ins späte Mittelalter. Der Fund einer Menschenzahn-Kette ist einzigartig für den Kult und das Totenbrauchtum der Jungsteinzeit. Hervorzuheben sind auch die reichen Hortfunde der Urnenfelderzeit sowie das bedeutendste Stück der Sammlung: die bronzene Miniaturausführung eines Kesselwagens aus der Zeit um 1000 v. Chr.

Im Bereich Kunsthandwerk gehören die Möbel des Hofschreiners Carl Maximilian Mattern (1705-1774) sowie die Fayence-Sammlung zu den Höhepunkten. Die große Anzahl Ansbacher Fayencen der "Grünen Familie" und hervorragende Beispiele Nürnberger Hausmalerkrüge stechen hervor. Schmiedearbeiten aus der Residenz von Johann Georg Oegg (1703-1782) und die Uhrensammlung mit Berühmtheiten wie der Türmeruhr, deren älteste Teile aus dem 14. Jahrhundert stammen, sind hier ebenfalls zu erwähnen.

Die grafische Sammlung ist vor allem topografisch ausgerichtet. Detail- und Gesamtansichten Würzburgs vom 15. bis ins 19. Jahrhundert sind fast lückenlos vorhanden. Der wichtigste Komplex ist die Plansammlung Eckert aus dem Baubüro Balthasar Neumanns. Ansichten Frankens aus dem 19. Jahrhundert und Dokumente zur Zerstörung Würzburgs 1945 bilden einen weiteren Schwerpunkt.

Sammlungen des Museums für Franken in bavarikon

Ausstellungen unter Beteiligung des Museums für Franken in bavarikon

Kontakt

Museum für Franken
Staatliches Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Würzburg
Festung Marienberg
Oberer Burgweg
97082 Würzburg

Telefon: +49 (0)931/20594-0
E-Mail: info@museum-franken.de