Das frühmittelalterliche Reihengräberfeld von Erpfting, Stadt Landsberg am Lech, Lkr. Landsberg am Lech, Oberbayern (ca. 5.-7. Jh.)

Erpfting ist ein Stadtteil von Landsberg am Lech und liegt ca. fünf Kilometer Luftlinie von der Altstadt entfernt nahe der nach Augsburg führenden Via Claudia.

Im Jahr 1997 wurde in Folge von Baumaßnahmen in einem Neubaugebiet am südlichen Ortsrand ein merowingerzeitliches Reihengräberfeld entdeckt. In den darauffolgenden Grabungskampagnen konnten 188 Gräber mit 196 Bestattungen archäologisch untersucht und dokumentiert werden. Die komplette Ausdehnung des Gräberfeldes konnte dabei jedoch nicht erfasst werden. Im Süden, Osten und Westen sind weitere Gräber entweder zerstört, von einer Straße überlagert oder befinden sich in nicht bebauten Parzellen.

Die Belegungszeit reicht von der Mitte des 5. bis in das späte 7. Jahrhundert. Die beiden frühesten Gräber (Grab 107 und 203) wurden mit jeweils einem ausgewählten Objekt ausgestattet, einem Kamm und einem Armring, welche beide spätrömisch zu datieren sind. Einzelne, ausgewählte Objekte mit ins Grab zu geben, ist eine romanische Bestattungssitte. Weitere romanische Beigaben wurden auch in anderen Gräbern gefunden, welche in die Anfangszeit des Gräberfeldes gehören.

Germanische Bestattungen lassen sich erst ab dem mittleren Drittel des 6. Jahrhunderts durch Grabbeigaben, wie Bügelfibeln oder mehrteilige Waffensets, gesichert feststellen. Die Grabausstattung dieser Zeit ist recht einheitlich und entspricht anderen Gräberfeldern Altbayerns: Den Männern wurden Gürtel mit Taschen und gelegentlich Waffen mitgegeben, den Frauen Perlenketten, Gürtel und Gehänge sowie Geräte.

>> Diese Funde sind Teil der "Gräberfelder und Bestattungen aus Bayern" des Bestandes "Archäologische Funde" der Archäologischen Staatssammlung München.