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Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal
Hirschelgasse 9-11
90403 Nürnberg

Telefon: +49 (0)911/2315421
Fax: +49 (0)911/2315422
E-Mail: museum-tucherschloss@stadt.nuernberg.de

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Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal

Das in der östlichen Altstadt gelegene Tucherschloss ist eine der kulturhistorischen Kostbarkeiten Nürnbergs. Zwischen 1533 und 1544 hatten der Patrizier Lorenz II. Tucher (1490–1554) und seine Frau Katharina ein mittelalterliches Gehöft zum repräsentativen Refugium ausbauen lassen. Seitdem befand sich das Anwesen fast 440 Jahre lang durchgehend in Familienbesitz.

Der Frührenaissancebau aus Sandstein diente wohl nicht als ständiges Wohnhaus. Die Erbauer nutzten das Gartenanwesen für gesellschaftliche Zusammenkünfte und ließen es reich ausstatten: mit Wandvertäfelungen, Glasfenstern, kostbaren Tapisserien, Mobiliar und Gemälden. Seit Ende des 19. Jahrhunderts galt das pittoreske Schlösschen als Touristenattraktion. Viele hochrangige Persönlichkeiten kamen zu Besuch. Ab 1919 richtete sich der Diplomat Heinrich von Tucher (1853–1925) das Gebäude mit erlesenen, im Ausland erworbenen Kunstwerken und Möbeln als Zweitwohnsitz ein.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs brannte das Anwesen fast vollständig nieder. Die geretteten Kunstschätze fanden ab 1948 im neu eingerichteten "Tuchersaal" des Germanischen Nationalmuseums eine vorübergehende Bleibe. Das einstige architektonische Kleinod dagegen lag als Ruine brach. Erst von 1964 bis 1968 erfolgte die stilgerechte Rekonstruktion des Schlösschens. Sie gelang in erster Linie auf Initiative und durch das persönliche Engagement des Bankiers Dr. Hans Christoph von Tucher (1904–1968), der die Eröffnung nicht mehr erleben konnte.

Die meisten Exponate der hochkarätigen Kunstsammlung führte man aus dem "Tuchersaal" ins Schlösschen zurück. Ab dem 2. Februar 1969 wurde das Anwesen erstmals als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Germanische Nationalmuseum betreute das Haus damals als Außenstelle.

1972 übergaben die beiden Söhne Hans Christoph von Tuchers das Anwesen dem Freistaat Bayern und der Stadt Nürnberg zu gleichen Teilen. Man führte es seitdem als städtisches Museum. Seit 1994 betreiben der Verbund der Museen der Stadt Nürnberg und die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen in München das Museum gemeinsam. Nach grundlegender Umgestaltung wurde es 1998 wieder eröffnet.

Am Beispiel der Handelsfamilie Tucher stellt das Museum die kulturelle und soziale Lebenswelt des Nürnberger Patriziats innerhalb der historischen Entwicklung der ehemaligen Reichsstadt dar. Die wertvollen Exponate – heute Eigentum der Tucher’schen Kulturstiftung und dem Museum als Leihgaben anvertraut – lassen die ehemalige Wohn- und Lebenswelt der führenden Elite Nürnbergs am authentischen Ort lebendig werden. Mit dem im Jahr 2000 rekonstruierten Hirsvogelsaal und dem neugestalteten Garten bildet das einstige Patrizierschloss eine in sich geschlossene „Renaissance-Insel“ am Rand der Altstadt.

Ulrike Berninger

Ausstellungen im Museum Tucherschloss in bavarikon

  • Hans Tucher und seine Pilgerreise ins Heilige Land 1479/80 (in Vorbereitung)