Vater König Maximilian II. von Bayern

Das Staatsporträt König Maximilians II. (1811-1864, reg. seit 1848) von Max Hailer (1818-1854) zeigt, ähnlich dem Porträt seines Vaters, den König im Krönungsornat vor dem Thron stehend. Seine rechte Hand stützt sich auf seinen Krönungseid, der ausgerollt über die Tischkante hervortritt. Darüber liegt die Verfassungsurkunde (unter dem Zepter) und dahinter die Königskrone. Anders als bei Ludwig I. sind im Hintergrund die Statuen von Kaiser Ludwig dem Bayern (reg. 1314/28-1347) und König Rupprecht III. (reg. 1400-1410) zu erkennen, die im Thronsaal der Residenz von den bedeutenden Ahnen der Wittelsbacher Könige künden und das Geschichtsbewusstsein des Monarchen verdeutlichen.

Ludwig II. stand seinem Vater distanziert gegenüber. Max II. regierte Bayern nach den Umbrüchen der Revolution und der Abdankung seines Vaters Ludwig I. ab 1848. Er förderte die Wissenschaften und die Industrie und regierte den bayerischen Staat am "Vorabend" der deutschen Einigung. An der Erziehung seiner Kinder nahm er wenig Anteil. Er sah Ludwig und dessen Bruder Otto lediglich zu den Mahlzeiten und behandelte sie dabei meist steif und förmlich. Mit den romantischen Schwärmereien seines Sohnes wusste Max II. wenig anzufangen. Zeit seines Lebens von Krankheiten heimgesucht, die auch zu häufigen Erholungsreisen nach Italien zwangen, starb der dritte bayerische König am 10. März 1864 in München.

Stefan Schnupp