Deutscher Krieg 1866
Der "Deutsche Krieg" 1866 zwischen Preußen und seinen Verbündeten einerseits und dem Deutschen Bund unter Führung Österreichs andererseits, war die entscheidende Auseinandersetzung um die Hegemonie in Deutschland. Bayern agierte in dem Konflikt gemeinsam mit Österreich.
Der Deutsche Bund war 1815 als ein eher lockerer Staatenbund, dem 38 Einzelstaaten angehörten, gegründet worden. Mit Preußen und Österreich gab es zwei Großmächte, die um die Vorherrschaft rangen. Eng damit verknüpft war die sog. "Deutsche Frage" oder "deutsche Einigung". Preußen, verkörpert von seinem Ministerpräsidenten Otto von Bismarck (1815-1898), plante die Errichtung eines deutschen Bundesstaates, in dem es eine Vormachtstellung anstrebte. Österreich sollte dagegen aus der Sicht Preußens aus Deutschland herausgedrängt werden. Bayern hatte wiederum seit König Max II. (1811-1864) die Idee eines Bündnisses der deutschen Klein- und Mittelstaaten verfolgt, das unter seiner Führung hätte stehen sollen. Diese auch "Triaspolitik" genannten Bestrebungen, ein "drittes Deutschland" neben Preußen und Österreich zu schaffen, blieben allerdings erfolglos.
Wie schon sein Vater wollte Ludwig II. die staatliche Souveränität Bayerns unter allen Umständen wahren und den Deutschen Bund erhalten. Mit seinem Außenminister Ludwig von der Pfordten (1811-1880) zog er hier am gleichen Strang. Als sich die Spannungen zwischen Preußen und Österreich im Winter 1865/66 verschärften und ein Krieg immer wahrscheinlicher wurde, verschloss der friedliebende junge König davor die Augen und blieb passiv. Die Karikatur vom Januar 1866 spielt genau darauf an: Der Angriff des großen preußischen Adlers und des doppelköpfigen österreichischen Adlers wird mithilfe eines künstlichen Schwans, einer Theatermaschine, zurückgeschlagen. Ludwig, der gegen alles Preußisch-Militärische eine Abneigung hegte, wollte einen Krieg unbedingt vermeiden. Aufgrund der bayerischen Bündnisverpflichtungen hatte er allerdings keine Handlungsoptionen, so dass er auf massiven Druck seines Ministeriums und Österreichs am 11. Mai den Mobilmachungsbefehl für die bayerischen Truppen unterzeichnete und den Landtag einberief. Dort hielt er am 27.5. eine von nur drei Thronreden seiner gesamten Regierungszeit.
Kurz danach, am 7. Juni 1866, marschierte Preußen in das von Österreich verwaltete Holstein ein und provozierte so den Deutsch-Deutschen Krieg. Der Konflikt war mit der österreichischen Niederlage in der Schlacht von Königgrätz (Böhmen) am 3. Juli schnell zugunsten Preußens entschieden. In Bayern hatten lediglich in Unter- und Mittelfranken einige Kampfhandlungen stattgefunden.
Matthias Bader