Die Lage des jüdischen Viertels

Das mittelalterliche Judenviertel war Teil der Wahlenwacht, einem von acht Stadtvierteln. Es lag innerhalb des ehemaligen römischen Legionslagers. Bereits 981 verkaufte der Jude Samuel ein Grundstück in der Schierstatt, im heutigen Stadtamhof. Ein Wohnbereich der Juden (Judeorum habitacula) wird aber erst zu Beginn des 11. Jahrhunderts in einem Schenkungsbuch des Klosters St. Emmeram erwähnt.

Die groben Ausmaße des ehemaligen jüdischen Viertels sind auf dem Plan mit einer orangefarbigen Linie markiert.

Im Westen bildeten die Innenhöfe der Häuser eine Art Begrenzung zum nächsten Straßenzug (orange Linie). Im Nordwesten ging das Viertel mit dem Kramwinkel in den Verkaufsbereich der Händler über. Im Nordosten beschloss der Heuport-Komplex gegenüber dem Dom die Judengasse. Von dort verlief eine Straße, die heutige Residenzstraße, in Richtung Süden. Südlich der Dompropstei führt die heutige Drei-Helm-Gasse Richtung Osten aus dem Viertel hinaus (oberhalb der Nr. 6). Daran angrenzend befand sich der so genannte Spielhof. Die ehemals an die heutige Gesandtenstraße angrenzende Häuserzeile darf wohl als südlicher Grenzbereich gelten (oberhalb der orangen Linie). Die Gesandtenstraße war eine der wichtigsten Handelsrouten durch das mittelalterliche Regensburg. Im Südwesten des Viertels befand sich die Synagoge (Nr. 1).

Eine lateinische Urkunde des Regensburger Domkapitels vom 17. Oktober 1242 nennt eine Hofstatt, welche das jüdische Ehepaar Jaechili und Dobrizel erhielt, als inter iudeos sitam – "unter den Juden gelegen". Anfangs noch unterschiedlich bezeichnet, wurden schließlich die Ausdrücke "unter den Juden" bzw. "unter uns Juden" geläufig. Im Hebräischen wurde das Viertel Rehov haYehudim, "Judenstraße", genannt.

Auch Einträge in Stadtbüchern geben Aufschluss über die Benennung sowie die Lage des jüdischen Viertels und einzelner Gebäude. So wurde in einem Siegelprotokollbuch Regensburgs notiert, dass die Jüdin Schonel, Witwe des Abraham von Kitzingen, im Jahr 1512 den Verkauf der Hälfte eines Hauses der Jüdin Bunte an ihren Sohn Mair besiegelte. Dieses Haus befand sich zwischen dem Sporertor im Süden des Viertels und dem Spielhof im Südosten.