Die jüdischen Regensburger

Die jüdische Gemeinde (hebr. Kehilla) Regensburgs wurde meist als "Juden zu Regensburg" oder "Gemein der Judischait" bezeichnet. Zahlreiche Quellen liefern aber auch Informationen über einzelne Mitglieder dieser Gemeinde. In Ratsprotokollen, Gerichts- und Rechnungsbüchern sowie in den unterschiedlichsten Urkunden werden einzelne Personen namentlich genannt, sei es als Aussteller, Zeugen oder anderweitig Beteiligte.

Die nebenstehende Urkunde zeigt, wie viele Informationen ein Dokument über einzelne Personen preisgeben kann: So bestätigten die Regensburger Juden Sadyon, Gnendel und David den Verkauf von sechs Schilling Pfennig und einem Pfund Pfeffer aus einem Haus in der Judengasse bei dem Tor an der Heuport, gegenüber der Dompropstei gelegen, an die Brüder Thomas und Leonhard Sittauer. Neben den drei Ausstellern, die zu den führenden Personen der Gemeinde zählten, wird außerdem Abraham von Nürnberg als Besitzer genannt. Somit sind aus dem Jahr 1383 vier Mitglieder der jüdischen Gemeinde bekannt, wovon einer ein Haus besaß, das genau lokalisiert werden kann.

Das Hauszinsverzeichnis, das bereits wichtige gemeindliche Institutionen der Juden nennt, verrät nicht nur, wer in der Regensburger Judengasse gelebt hat. Man erfährt auch einiges über Eigentumsverhältnisse und familiäre Beziehungen. So geht aus den zwei obersten Einträgen auf der rechten Seite hervor, dass Efferlius zwei Söhne namens Jösel und Slomel hatte, die beide bereits erwachsen waren und eigene Hausstände führten. Efferl (eben jener Efferlius) ist ebenfalls Eigentümer sowie Miteigentümer eines weiteren Hauses.